Getgoods kauft alle Pauldirekt-Anteile

Pauldirekt: Getgoods interessiert an Kundenzugang

Das Onlinehandelshaus Getgoods hat alle Anteile am Männer-Shoppingclub Pauldirekt (www.pauldirekt.de) erworben. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Besonders hoch dürfte dieser allerdings nicht gewesen sein: Vor wenigen Wochen erst hatte der bisherige Eigentümer E-Commerce Alliance den Wert des Unternehmens auf Null abgeschrieben.

„Mit dieser Übernahme sichert sich die Gesellschaft den Zugang zu über 1,2 Millionen E-Commerce-affinen Kunden“, heißt es in der entsprechenden Unternehmensmitteilung. Was darauf hindeutet, dass nicht viel mehr als die Kundenkartei und der Markenname ihren Weg zum neuen Eigentümer gemacht haben. Zuletzt waren nur noch eine Handvoll Mitarbeiter bei dem Shoppingclub beschäftigt, wie es gerüchteweise hieß, auch einen eigenen Einkauf soll es längst nicht mehr gegeben haben.

Noch Ende Mai dieses Jahres hatte Pauldirekt versucht, sich im Rahmen eines Deals mit German Media Pool auf N24 eine größere Reichweite bei wohlhabenden Kundenschichten zu verschaffen. Zudem hätten die Gesellschafter, so war zu hören, noch einmal 300.000 Euro in das Unternehmen gesteckt – verbunden mit der Hoffnung, dass sich bald ein Käufer findet. Im Sommer 2011 waren der CFP-Fonds und Vorwerk Ventures, das auch bei Pippa & Jean engagiert ist, hoffnungsvoll mit einem Millionenbetrag eingestiegen.

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Getgoods will Pauldirekt den Angaben zufolge als Vermarktungsplattform für stark reduzierte Restposten positionieren: „Wir erschließen durch Pauldirekt unseren Handels- und Industriepartnern die Möglichkeit, effizient und gesteuert Überhangs- und Sonderposten vermarkten zu können“, heißt es von Getgoods-Chef Markus Rockstädt-Mies.

Das 2007 gegründete Getgoods wächst derweil schnell. „Wir wollen genauso ein Qualitätsanbieter werden wie Amazon“, erklärte Rockstädt-Mies zuvor gegenüber Gründerszene. Bis zum Jahresende will der Internetversender rund eine halbe Milliarde Euro Umsatz machen, 2012 waren es gut 400 Millionen Euro. GetGoods betreibt verschiedene Internetplattformen wie Getgoods.de und Handyshop.de, über die Smartphones, Notebooks, Tablets, Unterhaltungselektronik oder Haushaltselektronik vertrieben werden, neue Segmente wie etwa Fashion werden derzeit ausgebaut. Im Juli erst hatte sich das in Frankfurt (Oder) ansässige Unternehmen mit zehn Millionen Euro an frischem Kapital gestärkt.

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