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Vor eineinhalb Jahren wollte Goodgame Studios noch massiv expandieren. Damals, im Februar 2015, hatte das Hamburger Unternehmen etwa 1.200 Mitarbeiter. Allein im vergangenen Jahr sollten noch einmal 400 hinzu kommen. CEO Kai Wawrzinek sagte gegenüber Gründerszene: „Ein solches Wachstum zu managen ist ganz klar eine große Herausforderung.“

Der Zuwachs aber sei notwendig, so der Gründer. Angestellte machten den wichtigsten Faktor für Erfolg aus. Schließlich sei der Druck im internationalen Geschäft hoch, gute Ideen deswegen entscheidend. „Von 30 Konzepten geht am Ende vielleicht ein Spiel live.“

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Nun zeigt sich, wie sehr dieser Druck Goodgame Studios zusetzt. In einer aktuellen Mitteilung heißt es: „Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren erheblich in neue Genres und Plattformen investiert. Bisher konnte aber noch keine Neuentwicklung an den Erfolg der Bestandstitel anknüpfen.“

Deswegen planen die Hamburger nun zu restrukturieren. Man wolle sich auf seine „Kernkompetenzen“ konzentrieren, wozu insbesondere die Entwicklung von Strategiespielen für Browser und mobile Endgeräte zähle. Und: Das Unternehmen entlässt hunderte Mitarbeiter als Teil dieser Neuausrichtung, wie die Hamburger Morgenpost am Donnerstagabend berichtete.

Goodgame selbst schreibt, dass der Umfang der Kündigungen voraussichtlich „in einem unteren dreistelligen Bereich“ liegen werde. Damit steht das Studio in einer langen Reihe mit Spielemachern, die in den vergangenen Monaten ihr Geschäft zusammenstrichen – beispielsweise Aeria Games und GameDuell.

„Der Aufstieg von Goodgame Studios in den vergangenen Jahren war nur möglich mithilfe unserer herausragenden Mitarbeiter“, lässt sich Goodgame-Mitgründer und COO Christian Wawrzinek zitieren. „Umso mehr bedauern wir die geplanten Restrukturierungen. Sie sind notwendig, um die erfolgreiche Zukunft von Goodgame Studios und der verbleibenden Mitarbeiter nachhaltig zu gewährleisten.“

Die Entwicklung des Unternehmens sah im Jahr 2014 noch sehr positiv aus. Goodgame verdoppelte seinen Umsatz auf 202 Millionen Euro. Der Gewinn vor Steuern stieg auf etwa 35 Millionen, ebenfalls eine hohe Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Neuere Zahlen sind bisher nicht öffentlich.

Ende 2015 sorgte Goodgame dann für seinen eigenen Skandal: Das Unternehmen soll einen Betriebsrat verhindert und 30 Mitarbeiter deswegen entlassen haben.

Kontakt zur Autorin: christina[at]gruenderszene.de

Bild: Goodgame Studios