Sergey Brin

Google-Mitgründer Sergey Brin

Hat sich Google mit dem Geheimprojekt verzettelt?

Was steckt hinter den monströsen Barkassen, die sowohl an der San Francisco Bay gesichtet wurden als auch an der Küste von Maine? Google zu fragen hilft jedenfalls nicht weiter. Der US-Konzern wird nämlichen mit den schwimmenden Kolossen in Verbindung gebracht – das bestätigte mittlerweile sogar die US-Küstenwache, wie etwa CNBC berichtet.

Wie immer bei mysteriösen Geheimprojekten gehen die Spekulationen der US-Techmedien wild umher. Auf zwei Theorien scheint man sich eingeschworen zu haben. Die erste, mobile Rechenzentren die Wellen zur Energiegewinnung und Wasser zur Kühlung benutzen, wurde zwischenzeitlich bereits verworfen, nun allerdings wieder hervorgekramt.

Update, 4. Februar 2014: Wie mehrere Medien unter Berufung auf AP berichten, muss Google seine geheimnisvolle Barkasse entfernen. Weil der Tech-Konzern die nötige Genehmigung nicht besitzt, hat eine kalifornische Landesbehörde angeordnet, die Barkasse vom derzeitigen Standort wegzubewegen. Zuvor hatte die San Francisco Bay Conservation and Development Commission mehrere Beschwerden über das schwimmende, vierstöckige Bauwerk erhalten. Google erklärte, man werte das Schreiben der zuständigen Behörde noch aus.

Update, 4. November 2013: Der US-Fernsehsender KPIX 5 will das Geheimnis um die Barkassen gelüftet haben. Tatsächlich soll es sich um Showrooms handeln, die – nach Vorbild Apples – ausgestattet mit besonders geschultem Personal Googles Produkte an besonders wichtige Kunden bringen sollen. Das habe ein Mitarbeiter bestätigt bekommen, der an Bord einer der Barkassen gewesen sei. Der Clou: Das modulare, aus Containern zusammen gesetzte Konzept sieht auf dem obersten Deck eine riesige Partyfläche vor.

Weil die Barkassen ganz strikt genommen Wasserfahrzeuge sind, gelten allerdings alle maritimen Bestimmungen. Und die könnten für Google zum Verhängnis werden. Derzeit zumindest habe der Tech-Gigant erhebliche Probleme, alle von der US-Küstenwache verlangten Vorkehrungen umzusetzen.

US-Fernsehsender KPIX lüftet das Geheimnis um Googles mysteriöse Barkassen

Bild: KPIX 5 via Business Insider

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Die zweite Theorie scheint da schon griffiger: eine Marketing-Aktion, um Google Glass zu verkaufen. Demnach sollen die High-Tech-Brillen in speziellen Stores auf dem Wasser verkauft werden, möglicherweise auch, um nicht hinter Apples Store-Konzept hinterherlaufen zu müssen. Was auch immer in den geheimen Barkassen steckt, es ist nichts bedrohliches. Das bestätigt zumindest die US-Küstenwache.

Allerdings scheint Google seine Hausaufgaben zumindest an der Westküste nicht ganz gemacht zu haben, zumindest wenn es sich wirklich um Google-Glass-Läden handeln sollte. Denn das Unternehmen bekommt keine Erlaubnis, mit der Barkasse innerhalb der Bucht überhaupt anlegen zu dürfen. Grund: Diese darf nicht für etwas genutzt werden, das auch an Land gebaut werden kann.

Einen Videobericht über die Westküsten-Barkasse hat CBS.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Freedom To Marry; Erstveröffentlichung des Artikels am 31. Oktober 2013