recht auf vergessen

Sollten Google und Co vergessen müssen?

Das Gehirn vergisst, um Platz für neue Informationen zu schaffen. Das Internet vergisst nicht. Über das Recht auf Vergessen („right to be forgotten“), also die Löschung von digitalen personenbezogenen Daten nach einem bestimmten Datum, wird derzeit kontrovers diskutiert. Ausgelöst vor allem durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegen die wohl größte aller Datenkraken, Google. Der EuGH entschied vor wenigen Wochen, dass der Internetkonzern auf Personennachfrage bestimmte Links löschen müsse. Allein in Deutschland wurden am ersten Tag 12.000 Anträge gestellt.

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Allerdings sind die über Google verlinkten Informationen auch nach dem Löschen des Links weiterhin zugänglich. Lediglich die Auffindbarkeit solle erschwerrt werden, wie ein EU-Aufseher gegenüber dem Wall Street Journal Deutschland angab. Zudem wartet das EuGH-Urteil mit einer Reihe an Lösch-Voraussetzungen und -Ausnahmen auf. Aber selbst dagegen sträubt sich der Internetkonzern und bekommt Rückhalt von Medienmogul Jeff Jarvis. Wie das WSJ weiter berichtet, will Google gelöschte Links deutlich markieren. Die Zensur soll zudem durch die Clearingstelle „Chilling Effects“, die Informationen zu Löschanträgen speichert, zusätzlich umgangen werden.

Unternehmen wie Snapchat, der Business-Messenger Confide oder Facebooks neues Projekt Slingshot machen indes die Angst vor der unbegrenzten und unkontrollierbaren Informationsspeicherung zum Geschäft. Sie speichern von Nutzern hinterlegte Nachrichten (angeblich) nicht auf Vorrat. Und auch auf den Endgeräten der Nutzer selbst verschwinden eingegebene Daten nach kurzer Zeit.

Dennoch: Wie wichtig ist das Recht auf Vergessen? Sagt uns eure Meinung in unserer Leser-Umfrage. Die Ergebnisse findet ihr hier.