Grindr

Grindr musste App in bislang sechs Ländern anpassen

Eigentlich soll die Ortungsfunktion von Dating-Apps Mitglieder zusammenbringen. Im Falle von Grindr könnte sie den Smartphone-Nutzern allerdings zum Verhängnis werden.

Über die App können homo- und bisexuelle Männer miteinander in Kontakt treten und sich etwa für spontane Treffen den Standort des anderen anzeigen lassen. In Ländern, in denen Homosexualität politisch verfolgt wird, müssen Grindr-Nutzer deswegen offenbar um ihre Sicherheit bangen. Wie Spiegel Online mit Verweis auf den Branchendiesnt NDTV Gadgets berichtet, war im August eine Sicherheitslücke bekannt geworden, durch die sich Hacker Zugang zu zahllosen Standortinformationen verschaffen konnten.

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Problematisch könnte eine solche Sicherheitslücke für homosexuelle Nutzer aus Ländern werden, in den Schwule bedroht oder bestraft werden. In Ägypten, wo Homosexualität strafrechtlich verfolgt wird, habe es bereits mehrere Verhaftungen gegeben, weil der Geheimdienst die App nutze, um Schwule zu orten, schreibt Spiegel Online mit Verweis auf das Online-Magazin Cairo News.

Erste Gegenmaßnahmen habe Grindr nun eingeleitet. In einem Blogeintrag äußert sich das Unternehmen zu den Anschuldigungen und erklärt, dass bei der Nutzung der App in schwulenfeindlichen Ländern wie Russland, Ägypten, Saudi Arabien, Nigeria, Liberia und Simbabwe nun keine konkreten Entfernungen mehr angezeigt würden. Wer sich in der Umgebung am nächsten aufhalte, sei allerdings weiterhin einsehbar.

Mehr als fünf Millionen Männer sind nach Unternehmensangaben pro Monat auf Grindr unterwegs. Die Lokalisierung von anderen Nutzern gehört bei mobilen Anwendungen längst zum Standardrepertoire. Grundsätzlich ist damit jede App mit Standortfreigabe vom Smartphone-Besitzer für diese Art der Attacke anfällig. Dennoch wollen sich insbesondere Flirt-Anwendungen von der Möglichkeit distanzieren, Nutzer auf den Meter genau zu lokalisieren. So erklärt etwa Badoo, den Standort niemals exakt anzuzeigen. Auch der gerade gestartete Wettbewerber Flirten.de verspricht: „Auf weniger als zwei Kilometer Entfernung kann dich niemand orten.“

Bild: Grindr