Groupon Stehle Lefkofksy

Groupon: US-Umsatzwachstum, Lefkofsky wird CEO

Das Gute vorweg: Bei Groupon laufen die Geschäfte wieder besser. Das lohnen die Gesellschafter insbesondere dem Interimschef des Unternehmens, Eric Lefkofsky. Der soll den CEO-Posten nun permanent bekommen, teilte das Unternehmen zur Bekanntgabe der Halbjahreszahlen mit. Sein Amtsvorgänger und Mitgründer Andrew Mason wurde im Frühjahr schlagzeilenträchtig gefeuert.

Die Zahlen sehen nach den Rückgängen und Umstrukturierungen der vergangenen Wochen und Monate wieder etwas besser aus. So verbuchte das Chicagoer Unternehmen für das erste Halbjahr 2013 einen Umsatz von 1,21 Milliarden US-Dollar nach 1,13 Milliarden vor Jahresfrist. Das Wachstum kommt dabei immer stärker aus Nordamerika. Dort wuchsen die Umsätze um 44 Prozent und kompensierten damit den 22-prozentigen Rückgang in Europa, Nahost und Afrika (EMEA) sowie das Umsatzminus von einem Fünftel Prozent in den anderen Teilen der Welt.

Unter dem Strich stand für das erste Halbjahr ein Verlust von 11,6 Millionen US-Dollar, im entsprechenden Vorjahreszeitraum hatte man noch einen Gewinn von 16,7 Millionen US-Dollar verzeichnet. Dass die Anleger dies mit einem deutlichen Kurssprung honorierten, hat seinen Grund: Nachdem das Fazit des ersten Börsenjahres für Groupon überaus schlecht ausfiel, lassen die Zahlen der ersten beiden Quartale wieder Positives erwarten – zumindest für den Kernmarkt USA.

Problematische Lage bei der deutschen Tochter?

Derweil scheint es bei der deutschen Niederlassung weiterhin große Unsicherheit bei der Belegschaft zu geben. Obwohl die Schließung des hiesigen Online-Marketings beziehungsweise dessen Verlagerung nach Dublin bereits im Frühjahr angekündigt wurde, scheinen einige Mitarbeiter noch immer nicht zu wissen, ob sie davon betroffen sind. Fragen könne man nicht, so wurde Gründerszene zugetragen, da die Vorgesetzten zumeist Unbekannte in den USA sind – und nie greifbar. Groupon selbst war für ein Statement bislang nicht zu erreichen.

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Wessen Vertrag nicht ohnehin ausläuft, der werde solange im Unklaren gelassen, bis er den Druck nicht mehr hält und freiwillig geht, heißt es aus Unternehmenskreisen. Einige Mitarbeiter bereiteten bereits Klagen vor, so ist weiterhin zu hören. Gleichzeitig sucht Groupon hierzulande emsig nach neuen Mitarbeitern – etwa bei der erst gestern veranstalteten Jobmesse des Design-Shoppingclubs Fab, der zuletzt rund 150 Mitarbeiter entlassen hatte. Die Groupon-Aktivitäten hierzulande bestehen dabei aus zwei Teilen: zum einen das reine Schnäppchengeschäft, zum anderen werden aber auch Dienstleistungen für andere Groupon-Einheiten erbracht. Zu Letzterem gehört auch das zuletzt geschlossene Marketing.

Vor wenigen Tagen erst hatte Jens Hutzschenreuter, der bisherige Geschäftsführer der deutschen Niederlassung, seinen Hut genommen. Sein Nachfolger Emanuel Stehle stammt – wie Hutzschenreuter – aus den Citydeal-Tagen der Samwer-Brüder, die ihren Groupon-Nachbau erfolgreich an das US-Vorbild verkauft hatten. Er tritt kein leichtes Erbe an. Denn die auch wenn die Zahlen jenseits des Atlantik hoffen lassen, bleibt die Lage hierzulande vor allem eines: undurchsichtig.

Update vom 13. August 2013: Mittlerweile hat Groupon auf die Nachfrage reagiert und das folgende Statement abgegeben:

„Unser junges Unternehmen entwickelt sich stetig weiter – um diese Entwicklung zu fördern sind wir darum bemüht, uns effizient aufzustellen, damit wir Kunden und Partnern stets das beste bieten können. Wir haben Schritte eingeleitet, um unsere Marketing- und Engineering-Departments in Zürich und Dublin zu zentralisieren. Diese Zentralisierung wollen wir über einen Mix aus Relokalisierungen sowie Neueinstellungen erreichen. Solche Vorhaben benötigen jedoch Zeit. Unserer Fokus liegt während der gesamten Übergangsphase auf unseren Mitarbeitern, um für sie die Veränderung bestmöglich umzusetzen. Unser Team in Berlin wird weiter für unser Business in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig sein. Uns ist diese Region sehr wichtig und wir freuen uns auf die Zukunft.“

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