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Groupon setzt unter anderem auf Reisen, Hotels – und Mobile

Neues Geschäftsmodell kostet Geld

Trotz eines recht hoffnungsvollen ersten Halbjahres vermeldet der US-amerikanische Schnäppchengigant Groupon (www.groupon.com) für das dritte Quartal rote Zahlen: Unterm Strich verlor das Unternehmen von Juli bis Ende September annähernd drei Millionen US-Dollar. Das entspricht in etwa dem Verlust im gleichen Zeitraum des Vorjahres und ist aber etwas weniger als im zweiten Dreimonatszeitraum 2013. Der Umsatz für das dritte Quartal beziffert das Unternehmen, das seit dem Rausschmiss von Gründer Andrew Mason von dessen Kompagnon Eric Lefkofsky geführt wird, auf 595,1 Millionen US-Dollar.

Das entspricht einem Anstieg von etwa fünf Prozent entspricht und bedeutet damit immerhin Wachstum – wenngleich geringes. Besonders im Heimatmarkt sieht es dabei wieder deutlich besser aus: In Nordamerika stieg der Umsatz um 24 Prozent. Gleichzeitig ging er in Europa, Nahost und Afrika um 21 Prozent zurück.

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Viel wichtiger aber noch: Auch für das Schlussquartal mit dem wichtigen Weihnachtsgeschäft kann Groupon kaum Hoffnung auf Gewinne machen, auch wenn der Umsatz deutlicher anwachsen soll als zuvor. Der Grund sind die hohen Kosten: Weil das reine Deal-Geschäft nicht läuft, hatte das Unternehmen vor einiger Zeit schon begonnen, sein Geschäftsmodell deutlich umzustellen und immer mehr zu einer breiten, mobilen E-Commerce-Plattform mit einem Angebots-Allerlei zu werden. Selbst ein Reiseangebot wurde gestartet.

Streichungen hier, Expansion da

Ziel dabei ist es, die ausufernden Kosten für Vertrieb und Verwaltung sowie die immer weiter sinkenden Margen in den Griff zu bekommen. Weil insbesondere das Auslandsgeschäft für Groupon zuletzt immer schwieriger wurde, hatte die deutsche Dependance – die nach der Übernahme des Samwer’schen CityDeals zum Expansionshauptquartier geworden war – zuletzt mit erheblichen Turbulenzen zu kämpfen und es wurden Stellen gestrichen.

Währenddessen investiert Groupon weiter massiv in die Neuausrichtung, stattliche 260 Millionen US-Dollar. Für diese Summe kauft das Schnäppchenportal in Korea das Unternehmen Ticket Monster zu, um seine mobilen Aktivitäten in Asien mit Event Ticketing und anderen Angeboten auszubauen. Ticket Monster gehörte bislang zum Wettbewerber Living Social, der zwar vom Miteigentümer Amazon längst abgeschrieben wurde, sich dann aber 110 komplizierte Dollar-Millionen von den Altinvestoren geben ließ. 100 Millionen US-Dollar fließen dabei in bar, der Rest wird mit Groupon-Aktien beglichen. Der Börsenkurs des Unternehmens hatte sich in den vergangenen Monaten wieder etwas erholt, nachdem Groupons erstes Börsenjahr katastrophal verlaufen war.

Zuletzt hatte das Schnäppchenportal mit einer umgestalteten Webseite und neuen Smartphone-Apps versucht, das Image beim Kunden aufzubessern und lokale Angebote zielgenauer ausspielen zu können. Mehr als 50 Prozent der Transaktionen in Nordamerika und 40 Prozent weltweit würden über mobile Geräte abgewickelt, heißt es von Groupon. Erst im September hatte das Unternehmen neue Mobile-Expertise eingekauft: Nach dem Entdeckungs-Progrämmchen Plumfare erwarb der Deal-Anbieter die Last-Minute-Hotel-Booking-App Blink.

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von Groupon