unnamed-1

Dennis Peqas will Instagram und Snapchat Konkurrenz machen.

Fotoapps gibt es Dutzende. Anbieter einer solchen App brauchen nicht nur ein gutes Geschäftsmodell und Glück, um schnell eine kritische Masse zu erreichen, sondern oftmals auch eine gute Marketingstrategie. Und die glaubt der 27 Jahre alte Dennis Peqas gefunden zu haben: Mit einer App namens Peqas will er in der Szene mitmischen – und verspricht dem User auf Milliondollarpicture.com zehn Prozent der Unternehmensanteile, dessen Foto bis Ende des Jahres besonders gut von anderen Nutzern bewertet wird.

Der Berliner hat die Peqas GmbH im September vergangenen Jahres gegründet, mittlerweile hat er fünf Mitarbeiter. Die App ist in einer Beta-Version für iOS bereits verfügbar. Im Interview erklärt der Gründer sein Geschäftsmodell, das allerdings an manchen Stellen ziemlich undurchsichtig klingt.

Dennis, wie kamst du auf die Idee, Anteile zu verschenken?

Ich habe mir überlegt, wie wir es schaffen, eine große Reichweite zu bekommen, ohne Geld ausgeben zu müssen. Um Anteile zu gewinnen, müssen die Nutzer die App in ihrem Freundeskreis bekannt machen. So spricht sie sich hoffentlich schnell herum.

Verzichtest nur du auf Anteile?

Nein, die zehn Prozent werden auf alle Investoren umgelegt. Wir haben in einer ersten Runde 150.000 Euro an Wagniskapital gesammelt. Investiert haben vor allem Ingo Schiller, der Finanzvorstand von Hertha BSC, sowie Wanja Oberhof, der Gründer von Newscase. Sie fanden die Idee für den Wettbewerb auf Anhieb gut.

Was unterscheidet Peqas von anderen Foto-Apps?

Anzeige
Ich wollte eine App entwickeln, die alle meine Bedürfnisse befriedigt. Instagram war mir zu fancy, auf den Bildern liegen oft Filter und alles wirkt sehr künstlich. Nichts ist spontan – man muss sich zu viele Gedanken machen, was man postet.

Bei Snapchat hat mich gestört, dass die Fotos schnell wieder weg sind. Normalerweise verschwinden sie nach 24 Stunden wieder. Zwar kann man mittlerweile auch Bilder reposten, doch das verfehlt den Sinn der App. Außerdem gibt es keine Profile bei Snapchat. Peqas dagegen ist eine App, mit der man Echtzeitbilder teilen kann, die länger angezeigt werden – zumindest wenn sie es wert sind. Manche Momente verschwinden so automatisch und die besonderen bleiben für immer.

Wie funktioniert das?

Bei der App können die Follower selbst bestimmen, wie lang ein Foto zu sehen ist. Sie können Fotos liken oder locken. Ein Lock ist wie ein Like, aber durch ihn wird das Bild länger angezeigt. Dadurch verschwinden manche Bilder schnell. Andere sind für die Ewigkeit bestimmt: Sie zeigen Momente, die viele Menschen immer wieder anschauen wollen.

Welche zum Beispiel?

Beispielsweise das Brandenburger Tor, über das bunte Luftballons fliegen. Das wäre ein Moment für die Ewigkeit.

Wie wollt ihr euch auf Dauer finanzieren?

Wir haben ein innovatives und funktionierendes Geschäftsmodell, über das wir noch nicht öffentlich sprechen. Die App wird für den Nutzer auf jeden Fall kostenfrei zum Herunterladen sein. Und wir möchten das erste soziale Netzwerk werden, das komplett auf Werbeanzeigen verzichtet. In-App-Käufe sind zur Zeit auch nicht geplant.

Dann Gegenfrage: Nutzt ihr die Fotos für Werbung?

Nein! Da ich neben meinem Studium oft als Fotograf unterwegs war und meine Bilder – ohne mich zu fragen oder meinen Namen dazu zu schreiben – unzählige Male auf diversen Webseiten veröffentlich wurden, ist mir das Copyright sehr wichtig. Die Bildrechte bleiben auf jeden Fall zu hundert Prozent beim Nutzer. So etwas, was Prisma macht, gibt es bei uns nicht.

Und was passiert mit den anderen Daten der Nutzer?

Anzeige
Zum Anmelden muss man nur seine Handynummer eingeben. Die ist nötig, damit die Nutzer sich mit Freunden vernetzen können. Aber auch diese Nummer geben wir nicht heraus. Die Daten sind absolut sicher.

Was sind eure nächsten Schritte?

Etwa in einem Monat soll es die App auch auf Android geben. Die iOS-Version ist momentan in der Beta-Phase und etwas langsam. Unser CTO Daniel Wagner arbeitet daran, sie zu verbessern. In den nächsten Wochen wird sie deutlich schicker und flüssiger werden.

Bild: privat / Dennis Peqas