Disrupt Special Dick Costolo

Twitter-CEO Dick Costolo gab auf der Bühne Management-Tipps.

Die wichtigsten Tech- und Startup-News der Nacht

Die US-Tech-Branche trifft diese Woche bei der TechCrunch Disrupt in San Francisco zusammen. Bei der dreitägigen Konferenz sprechen hochkarätige Unternehmer über ihre Pläne, und junge Startups pitchen vor renommierten Investoren. Der erste Tag brachte außerdem einige Produktneuigkeiten. Gründerszene war vor Ort dabei.

Tech-Branche wird politisch

San Franciscos Bürgermeister Ed Lee und der ehemalige Bürgermeister und jetzige kalifornische Vizegouverneur Gavin Newsom sprachen am Montagvormittag vor dem Startup-Publikum. Newsom gestand, dass seine Berater ihn davor warnten, bei der Konferenz aufzutreten. Negatives von Panel-Kollege und Udacity-Gründer Sebastian Thrun könnte sich auch auf ihn negativ auswirken, lautete die Warnung. Stattdessen überhäuften sich die beiden auf der Bühne mit Komplimenten. Anbieter wie Udacity, ein Portal mit öffentlich zugänglichen, universitären Online-Kursen seien die Zukunft der Bildung, meinte der Politiker. Die Mehrheit der Schüler werde einen Job haben, der noch nicht einmal erfunden wurde. Als öffentliche Vertretung der Online-Bildungsanbieter hat Thrun deshalb die „Open Education Alliance“ gegründet, bei der auch Google, Autodesk, Intuit, AT&T, Cloudera, 23AndME, CAdence und Nvidia mitmachen.

Google+ mit Updates

Auf Kuschelkurs sind auch Google und WordPress, die dem Publikum neue Features vorstellten. Nutzer des Redaktionssystems können sich künftig mit ihrem Google-Profil einloggen, was gleichzeitig das Autorenprofil der Suchmaschine aktiviert. Die „Google Authorship“, die Autoren in den Suchergebnissen anzeigt, war bisher nicht ganz einfach zu aktivieren. Eine weitere Neuerung sind „Embedded Posts“: Google+-Beiträge können ab sofort auf externen Websites eingebunden und dort sogar kommentiert werden. [mehr dazu im Google Blog]

SnapChat und LinkedIn über die Konkurrenz

„Ja, ich glaube ich habe einen Facebook-Account“, scherzte SnapChat-Gründer Evan Spiegel bei Disrupt. Über den Mitbewerb mache sich der Betreiber der Photo Sharing-App nicht all zu viele Gedanken: „Instagram ist keine Konkurrenz, sondern wir komplimentieren uns.“ 350 Millionen Fotos werden laut SnapChat mittlerweile pro Tag geteilt. Bis zur nächsten Finanzierungsrunde will Spiegel einen Weg finden, diese Reichweite zu monetarisieren. Außerdem arbeitet das Startup an einer App für die Samsung Smartwatch Galaxy Gear. „Für Google Glass sehen wir derzeit jedoch keinen Bedarf“, so Spiegel.  Auch LinkedIn-CEO Jeff Weiner gab sich harmonisch auf die Frage nach dem Mitbewerb. Salesforce sehe er als Partner, und mit 250 Millionen Usern gäbe es derzeit kein anderes Karriereportal, das LinkedIn zu nahe kommen könnte. Langfristig will das Unternehmen verstärkt Enterprise-Services anbieten.

Twitter-Chef gibt Führungstipps

Dick Costolo, CEO von Twitter, nutzte die Disrupt-Bühne, um angehenden Unternehmern Management-Rat mitzugeben. Einer davon: „Kümmere dich gut um deine Mitarbeiter, aber kümmere dich nicht darum, was sie über dich denken. Führt nicht danach, wie ihr gemocht werdet“, appelliert Costolo. Außerdem warnt der Manager davor, sich von den Ikonen des Silicon Valleys zu sehr beeinflussen lassen. „Es gibt viele unterschiedliche Wege zum Erfolg. Seid erfolgreich auf eure Art, seid authentisch.

Abseits von der TechCrunch-Konferenz machte Twitter mit einer Akquisition Schlagzeilen: Der Microblogging-Dienst übernimmt das Ad Exchange-Startup MoPub für 350 Millionen US-Dollar.  [mehr dazu bei AllThingsD]

Bild: Namensnennung Bestimmte Rechte vorbehalten von TechCrunch

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