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GuestReady-Gründer Alexander Limpert

Die Vermietung einer Wohnung mit Airbnb kann nerven. Listing erstellen, Fotos schießen, Fragen beantworten und schließlich die Schlüssel übergeben. Das Startup GuestReady möchte diese Aufgaben nun für Airbnb-Vermieter übernehmen und bekommt dafür eine Finanzierung in einer Höhe von rund 700.000 Euro. Die Immobilienfirma Senn & Partner Holding, der Investor Swiss Founders Fund und der ehemalige Airbnb-Manager Georg Brauser investieren in das Schweizer Unternehmen.

Mit GuestReady können Nutzer ihre Airbnb-Vermietungen professionell verwalten lassen. Hinter der vor drei Monaten gestarteten Plattform stehen Ex-Foodpanda-Manager Alexander Limpert und sein Mitgründer Patrick Degen, die das Startup in St. Gallen in der Schweiz gründeten. Bereits zur Gründung des Unternehmens – im April 2016 – bekamen die beiden eine Investition von Swiss Founders Fund, wo GuestReady-Mitgründer Degen noch immer Partner ist. Die genaue Summe will Limpert nicht nennen.

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Die Services, beispielsweise die Schlüsselübergabe an die Airbnb-Mieter oder die Endreinigung der Wohnung, können entweder einzeln oder als Gesamtpaket durchgeführt werden. Bucht man die komplette Verwaltung seiner Vermietung bekommt GuestReady zwölf Prozent der Miete. Für die Ausführung der Dienstleistungen arbeitet GuestReady nach eigenen Angaben mit Selbstständigen zusammen.

Positiv trotz rechtlicher Schwierigkeiten

Vermieter in Amsterdam, London, Paris, Hongkong, Singapur und Kuala Lumpur können GuestReady bisher nutzen. An jedem der Orte sitzen sogenannte Managing Director und jeweils drei Mitarbeiter, sagt Gründer Limpert. Die Standort-Leiter seien auch so etwas wie Mitgründer von GuestReady, sie alle hielten Anteile am Unternehmen. Vier von ihnen seien vorher ebenfalls in verschiedenen Positionen bei Rocket Internet tätig gewesen, erzählt Limpert. „Wir glauben, dass es erfolgsversprechender ist, wenn wir viele lokale Mitgründer haben“, sagt er, „sie haben alles von Anfang an mit aufgebaut.“

International konkurriert GuestReady mit Plattformen wie Pillow aus San Francisco. Beide Unternehmen werden derzeit genauestens auf die Schlagzeilen schauen, die Airbnb in den vergangenen Monaten immer wieder macht. Weltweit hat das Unternehmen mit Herausforderungen zu kämpfen. In Berlin etwa gibt es seit Mai ein Verbot, das die kurzfristige und wiederholte Vermietung kompletter Wohnungen untersagt. In San Francisco dürfen nur noch bei der Stadt gemeldete Wohnungen vermietet werden. Auch andere Städte verschärfen Vorschriften, weil sie etwa Wohnungsmangel oder steigende Mieten fürchten.

Limpert, dessen Geschäftsmodell von Airbnb und Co. abhängig ist, sieht darin kein Problem: „Egal was die Debatten bringen werden – für Airbnb wird immer Platz sein. Und damit auch für uns“, verkündet er selbstbewusst. „Ich glaube weiterhin an die Sharing-Economy.“

Dennoch beantwortet Limpert nicht, ob und wann GuestReady nach Deutschland kommen wird. „Deutschland ist ein interessanter Markt für uns“, gibt er zu. „Wir behalten die rechtliche Thematik im Auge um einen Schritt in den deutschen Markt abzuwägen.“

Bild: GuestReady