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Die beiden Gymentry-Gründer Robert Schäfer und Nicholas Fechtner (von links).

Ein Besuch im Fitnessstudio gehört in der Regel nicht zu den allergünstigsten Sportmöglichkeiten – im Vergleich zum Radfahren oder Joggen. Meistens muss man im Studio ein Jahresabo abschließen und verbindlich jeden Monat zahlen. Umso ärgerlicher ist es, wenn man sich dann zu selten zum Sport aufraffen kann. Normalerweise kann man auch nicht ein fremdes Fitnessstudio nutzen – außer, man macht dort ein Probetraining, das man aber im Vorfeld anmelden muss.

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Nicholas Fechtner (24) und Robert Schäfer (21) studierten gemeinsam BWL in Hamburg, als ihnen auffiel, wie umständlich eine spontane Trainingseinheit sein kann. „Eines Tages wollten wir gemeinsam trainieren, aber das ging nicht, weil wir in unterschiedlichen Studios angemeldet waren“, erzählt Fechtner.

Deshalb gründeten sie im April 2015 Gymentry und entwickelten eine App, mit der man spontane Besuche im Fitnessstudio buchen kann. Drei Monate später launchten sie die App, zuerst mit einem Angebot von rund 50 Fitnessstudios und Wellness-Clubs in Hamburg. Heute hätten sich bei ihnen 350 Studios aus ganz Deutschland registriert, vor allem in den Großstädten, erzählen die Gründer.

Die App bietet verschiedene Ticketoptionen: von Tagestickets bis zu flexiblen Tarifen, falls man nur an einem bestimmten Zeitraum trainieren will. Außerdem kann man anklicken, welche Sportarten man bevorzugt trainieren will oder ob man eher Wellness machen möchte. Die Preise variieren je nach Studio von fünf Euro am Tag für eine einfache Muckibude bis zu 30 Euro für einen Tag im Fitnessstudio eines Fünf-Sterne-Hotels.

Rund 20 Prozent davon kassiert das Startup als Provision. Es ist ein ähnliches Geschäftsmodell, wie es das britische Unternehmen PayasUGym anbietet. In Deutschland habe es ein solches Angebot bislang nicht gegeben, so die Gründer.

Zehn Menschen arbeiten mittlerweile für das Startup, das vor Kurzem von Hamburg nach Berlin gezogen ist. Eine Seedfinanzierung in sechsstelliger Höhe von einem klassischen Angel sorgte für das nötige Startkapital. Um wen es sich dabei handelt, wollten die Gründer allerdings nicht verraten. „Damit konnten wir ein Netzwerk aus Studios aufbauen“, sagt Schäfer.

Anfangs seien die beiden dafür noch zu den Studios gefahren, um dort für ihre App zu werben. Doch dann wurden die Reisekosten zu hoch. „So kann man nicht skalieren“, sagt Fechtner. Heute wickeln sie die Akquise rein digital ab.

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„Wir mussten zuerst genug Studios im Angebot haben, bevor wir uns an die Kunden wenden können“, erzählt Fechtner. Sonst seien die nämlich über eine zu geringe Auswahl enttäuscht. Wie viele Kunden sie im Moment haben, wollen sie nicht erzählen. Nur so viel: Es seien ein paar Tausend Transaktionen. Auch über die Umsatzzahlen sprechen sie nicht öffentlich.

In Kürze werde das Startup vermehrt Werbung für die App schalten, sagt Fechtner, der so seinen Kundenstamm ausbauen will.

„Im Moment konzentrieren wir uns noch auf die deutschen Ballungsgebiete, aber schon bald sollen Österreich und die Schweiz dazukommen“, so der Unternehmer. Und mittelfristig können sich die beiden Gründer vorstellen, ihren Service auch in anderen europäischen Hauptstädten anzubieten.

Bild: Gymentry