Gymjunky

Die Gymjunky-Gründer Roberto Curto (links) und Zia Nadjib

Im labbrigen Schlafshirt und einer ausgewaschenen Jogginghose zum Sport? Was vor ein paar Jahren noch okay war, macht heute kaum noch jemand. Fit zu sein ist Trend – und dazu gehört ein ordentliches Outfit fürs Laufband oder die Hantelbank. Zuletzt war etwa jeder zehnte Deutsche Mitglied eines kommerziellen Sportstudios. Entsprechend lukrativ ist das Geschäft mit den passenden Klamotten. Auch zwei Hamburger Gründer wollen den Trend erkannt haben: Über ihren Onlineshop Gymjunky vertreiben sie selbst entworfene Mode für die Muckibude.

Was damit gemeint ist, erklärt Mitgründer Zia Nadjib: „Unsere Tanktops haben zum Beispiel vorne und hinten Überlänge, damit das Shirt nicht hochrutscht und man bauchfrei da steht, wenn man Überkopf-Übungen macht. Unsere Leggings werden beim Bücken nicht durchsichtig.“

Anzeige
Mit dem Verkauf von Fitness-Mode steht Gymjunky natürlich nicht alleine da. Längst haben Konzerne wie H&M oder Victoria Secret ganze Sport-Linien in ihr Sortiment aufgenommen, in Discountern gibt es atmungsaktive Shirts und Laufschuhe auf dem Grabbeltisch. Trotz der großen Konkurrenz, zu der eben auch Marken wie Adidas oder Nike gehören, arbeitet Gymjunky offenbar erfolgreich.

Anfang 2015 gegründet, habe das Startup im ersten Jahr einen sechsstelligen Umsatz erwirtschaftet, der im zweiten Geschäftsjahr verdreifacht worden sei, so Nadjib. 2017 werde mit einem siebenstelligen Umsatz gerechnet.

Nadjib und sein Mitgründer Roberto Curto, der zuvor als Model gearbeitet hatte, finanzierten die Gründung mit ihrem eigenen Geld. Von der Investitions- und Förderbank Hamburg bekam das Startup später einen nach Angaben von Nadjib „hohen fünfstelligen“ Förderkredit. Zudem konnten die beiden den ehemaligen Profi-Fußballer Marcell Jansen als Investor gewinnen. „Roberto und Marcell sind Schulfreunde aus Mönchengladbach“, erzählt Nadjib. „Gegen Ende seiner Karriere hat Marcell mitbekommen, was wir machen und war an der Idee interessiert. Er ist dann in einem frühen Stadium als Investor eingestiegen.“ Details der Beteiligung will der Gründer nicht nennen.

Diese Promis investieren in Startups

Die Ideen und Entwürfe für die Produkte stammten von Nadjib und Curto, technische Vorlagen würden anschließend von Designagenturen für die Produzenten umgesetzt. Die sitzen Nadjib zufolge sowohl in Europa als auch in Fernost. Versendet und verpackt wird noch immer im Hamburger Büro. Auch um die Rücksendungen kümmert sich das Team selbst. „Für uns ist es wichtig, das so lange wie möglich selbst zu machen. So haben wir viel über unsere Kunden und unsere Ware gelernt“, sagt Nadjib.

Der Fokus des Hamburger Onlineshops liegt auf Herrenkleidung, das Damen-Sortiment ist deutlich kleiner. „Es fällt uns leichter, ein Männer-Shirt als einen Sport-BH zu designen“, so Nadjib. „Für 2017 wollen wir für beide Geschlechter aber ähnlich breit aufgestellt sein.“ Neben dem Fitness-Bereich weitere Sportarten abzudecken, sei vorerst nicht geplant, berichtet der Gründer. Man wolle sich nicht verwässern. „Das Gute an Kleidung fürs Fitnessstudio ist, dass jeder Sportler seine Muskeln trainieren muss. Fußballer ihre Beine, Tennisspieler ihre Arme. Am Ende landen alle im Fitnessstudio. So können wir mit unseren Produkten eine große Masse ansprechen.“

Aday: Zwei Goldman-Bankerinnen machen Sportkleidung bürotauglich

Zwei Goldman-Bankerinnen machen Sportkleidung bürotauglich

Die Frankfurterin Nina Faulhaber investierte in E-Commerce-Startups, bevor sie mit ihrer Freundin Meg He selbst eins gründete: Aday verkauft Sportkleidung.

Bild: Gymjunky