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Gründen in Hamburg – so klappt’s

Eine erste Orientierung bietet Hamburg Startups. Das Projekt von Tim Jaudszims, Sanja Stankovic und Sina Grizuhn hat sich der Öffentlichkeitsarbeit für die gesamte Hamburger Startup-Szene verschrieben – vernetzen, sichtbar machen, vermitteln. Neben einem Blog mit Hamburger Startup-News baut das Team vor allem darauf, Investoren, Stakeholder und Gründer bei gemeinsamen Events zusammenbringen. Zudem soll ein Startup-Monitor folgen, um die Hamburger Szene und ihre Kennzahlen erstmals quantitativ und qualitativ einordnen zu können.

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Nach wie vor problematisch für Neugründer ist die Platzsituation in Hamburg: In den bundesweiten Mietvergleichen liegt Hamburg regelmäßig auf den vorderen Plätzen, zuletzt an dritter Stelle hinter München und Stuttgart. Abhilfe schafft da eine Coworking-Lösung, wie sie das Betahaus anbietet. Nachdem das Projekt zunächst in finanzielle Schieflage geraten war, gelang die Rettung, unter anderem durch eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne. Nun werden unter neuer, superzentraler Adresse Einzelplätze und Büros zu bezahlbaren Konditionen angeboten. Das zahlt sich für Neugründer nicht nur finanziell aus: Die Betahaus-Community ist mit ihren Events das ideale Networking-Pflaster. Gute Chancen, ein paar Hamburger Gründer ungezwungen auf einen Kaffee zu treffen, hat man auch im Café Elbgold, dem heimlichen Wohnzimmer des Schanzenviertels.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Das Who is Who – Hamburgs wichtigste Startups

Auch die Stadt bietet einige Initiativen, die es Gründern leicht machen soll, sich für den Standort Hamburg zu entscheiden. Mit der Initiave NextMedia.Hamburg soll vor allem das Image als Medienstadt poliert werden – als Business-Netzwerk, als Vermittler zwischen Old und New Economy. Und mit dem Projekt StartHub im Stile eines stadteigenen Mini-Inkubators, der, wenn auch ohne Kapital, in allen wichtigen Gründer-Themen Starthilfe geben soll. Über die Hamburg Kreativ Gesellschaft vermittelt die Stadt zudem Atelier- und Büroräumlichkeiten zur kreativen Nutzung.

Games, Unis, Inkubatoren

Für Gründer im Games-Bereich ist die NextMedia-Initiative Gamecity:Hamburg interessant. Seit 2003 unterstützt die Stadt mit dem Programm Unternehmen der lokalen Spiele-Branche. Die Gamecity-Leistungen umfassen Konferenzen und Events, Beratung, Hilfe beim Recruiting, gemeinsame Messeauftritte und seit 2010 gemeinsam mit der Hochschule für Angewandte Wissenschaft (HAW) auch den Master-Teilstudiengang Games. Die HAW hat außerdem einen Gründungsservice für Absolventen im Programm. Ein ähnliches Angebot gibt es auch an der Technischen Universität Hamburg-Harburg mit dem Startup-Dock, das sich insbesondere an Tech-Gründer wendet.

Nicht jede Geschäftsidee muss übrigens zwischen Gerümpel in der elterlichen Garage entwickelt werden – auch wenn sich das später in der Unternehmenschronik gut macht. Wer’s von Beginn an professionell mag, wendet sich an Inkubatoren wie zum Beispiel Hanse Ventures. Das Unternehmen bietet sich als Co-Gründer im Bereich Internet und Mobile an. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das junge Unternehmen kann von Beginn an auf eine funktionierende Infrastruktur zurückgreifen. Von Marketing-Leuten über Programmierer bis hin zu HR-Experten, nicht zuletzt auch Kontakte zu VCs und Investoren, bietet Hanse Ventures alles, was das Gründerherz begehrt. Bezahlen lässt sich der Company Builder dafür mit Unternehmensanteilen. Mit dem „Entrepreneur in Residence“-Programm bietet Hanse Ventures zudem ein Trainee-Programm, dass Uni-Absolventen und Quereinsteigern die Chance gibt, unverbindlich Startup-Luft zu schnuppern.

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Eine Mischung aus Co-Working und Inkubator bietet die Games-Schmiede InnoGames mit ihrem InnoHub an. Im zweiten Stock ihres Hauptquartiers haben sie ein Existenzgründerzentrum eingerichtet. Neben Büroflächen bieten die InnoGames-Jungs Beratung, Mentorenprogramme und Kontakte. Nach dem Motto „Von Gründern für Gründer“ soll das Projekt nicht gewinnorientiert arbeiten, stattdessen baut InnoGames auf die Synergie-Effekte, die Kreativität und Wachstum ins eigene Haus bringen sollen.

Networking und Kapital

Für alle Gründer gilt, dass sie sich auf den obligatorischen Networking-Events hin und wieder blicken lassen sollten. Davon gibt es in Hamburg mittlerweile eine ganze Menge: Das Gründerszene-Event Spätschicht feierte im März den erfolgreichen Export an die Elbe; das oben schon vorgestellte Team von Hamburg Startups hat mit dem Startups Mixer eine weitere erfolgreiche Netzwerk-Veranstaltung geschaffen; schon seit 2011 gibt es die Echtzeit von Deutsche Startups. Dazu kommen Branchen-Events und Konferenzen wie Gamecity Treff, eBizz-Talk, Online Marketing Rockstars oder Scoopcamp. Startup-Interessierte sollten sich zudem den 17. bis 20. September blocken: Da findet in diesem Jahr das Reeperbahn-Festival statt und unter dem Motto Startups@Reeperbahn wird es wieder ein Get-Together Hamburger Gründer geben, mit der Möglichkeit, vor großem Publikum zu pitchen.

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Zu guter Letzt sollten Gründer das Geld im Auge behalten – denn Wachstum kostet und nicht jedes Geschäftsmodell eignet sich zum Bootstrappen. Zu den etablierten Risikokapitalgebern und -vermittlern mit Sitz in Hamburg gehören zum Beispiel Parklane Capital, Neuhaus Partners und e.Ventures. Wer seinen Elevator-Pitch drauf hat, kann sich auch jeden dritten Donnerstag im Monat zur Handelskammer Hamburg begeben: Dort findet der VC-Stammtisch statt, bei dem Kapitalgeber und Unternehmer zusammen kommen können.

 

Die wichtigsten Startup-Köpfe Hamburgs gibt es hier in einer Bildergalerie. Wen vermisst Ihr? Schreibt die Namen in die Kommentare!

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Philipp Westermeyer. B2B-Online-Marketing ist eine erfolgsversprechende Branche, aber nicht gerade sexy. Trotzdem - oder vielleicht gerade deshalb - lässt Westermeyer sich immer wieder etwas einfallen, um die Aufmerksamkeit auf sich und seine Firmen zu lenken. Neuester Coup: Onlinemarketing Rockstars Daily, ein etwas anderes Branchenmedium.

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