Hat Hamburg das Zeug zum Startup-Hub - KPMG

Status quo: Hamburg kämpft um seinen Rang

Mit 92 Gründungen pro 10.000 Personen steht Hamburg an zweiter Stelle der deutschen Städte mit den meisten Gründungen – knapp hinter der Hauptstadt mit 112. Damit liegt Hamburg zwar deutlich über dem Bundesdurchschnitt (58 Gründungen), schreibt verglichen zu den Vorjahren aber rückläufige Zahlen. So schmilzt der Vorsprung, den Hamburg noch vor wenigen Jahren gegenüber anderen deutschen Städten hatte, dahin. Unternehmensgründungen gehen aber nicht nur in Hamburg, sondern auch bundesweit zurück.

Wie nehmen Hamburger Gründer diese Entwicklungen wahr und wie bewerten sie die Stadt als Standort?

In Zusammenarbeit mit KPMG hat das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) rund 700 Gründer zu ihren Erfahrungen mit Gründungsförderung und dem generellen Gründungsgeschehen in Hamburg befragt. Die Studie zeichnet ein ambivalentes Bild der Hafenstadt: Einerseits bietet sie Gründern positive Standortfaktoren – andererseits ist in Sachen Förderung noch viel zu tun.

Als besonders vorteilhaft für die Firmengründung in Hamburg nannten Unternehmer die gute Lage, das enge Startup-Netzwerk vor Ort, die Verfügbarkeit von Büroflächen und die Qualität der vorhandenen Infrastruktur. Die Ergebnisse der Befragung zeigen aber auch, dass es noch großes Verbesserungspotenzial gibt, was die Ausgestaltung der Rahmenbedingungen für Gründer betrifft.

Was fehlt der Hansestadt zur Pole Position?

Als eine der wichtigsten Maßnahmen empfiehlt das HWWI, die etablierte Wirtschaft noch intensiver in den Kontakt mit der Hamburger Gründerszene zu bringen. „Es finden zwar Netzwerkveranstaltungen statt, es gibt aber noch Berührungsängste“, so die HWWI-Forscherin Isabel Sünner. In Business-Angel-Programmen könnten erfahrene Unternehmer, die in Startups investieren wollen, Gründer eingehend beraten und ihnen Zugang zu Netzwerken eröffnen.

Ein weiteres Manko, das Hamburgs Attraktivität schmälert: Die am häufigsten genutzten Finanzierungsquellen für die Gründung und spätere Investitionen sind aktuell persönliche Beziehungen oder eigene Ersparnisse – denn Kapitalgeber sind rar in Hamburg. Bisher sitzt keine internationale VC-Firma in der Hafenstadt.

Wie kann Startup-Hamburg also erfahrene Unternehmer zur Zusammenarbeit motivieren und internationale Investoren anlocken?

Das Ökosystem gemeinsam entwickeln

Dem HWWI zufolge sollte an der gemeinschaftlichen Entwicklung und Umsetzung der Strategie für die Gründungsförderung in Hamburg gearbeitet werden. Das Bündnis der Hamburger Netzwerkpartner hat daraufhin und auf Basis der Studienerkenntnisse vier Handlungsempfehlungen ausgesprochen:

1. Partnering: Erschaffung von Knotenpunkten

Für Hamburg sollte das Modell der Knotenpunkte in Erwägung gezogen werden, bei dem Gründungsberater als „Knowledge Broker“ fungieren. Ähnlich zum vom HWWI vorgeschlagenen Business-Angel-Programm, sollen diese Akteure Kontakte zwischen Gründern und Schlüsselpersonen der Hamburger Wirtschaft knüpfen. Außerdem sollten Gründer besser über Unterstützungs- und Vernetzungsangebote aufgeklärt werden – von denen es eine Menge gibt.

Die Unternehmensberatung KPMG unterstützt zahlreiche solcher Events. Das Ladies Dinner beispielsweise soll Networking unter Gründerinnen in lockerer Atmosphäre fördern. Und auch der Klub der Gründer kommt zwei Mal im Jahr in der KPMG-Niederlassung Hamburg zusammen, um sich über spezielle Gründerthemen auszutauschen.

2. Die Digitalisierung für sich nutzen

Deutsche Gründungsförderer gelten in einigen Bereichen als international führend – die Digitalisierung gehört allerdings nicht dazu. Ein Großteil der befragten Gründer wünscht sich vereinfachte Prozesse innerhalb der Gründungsförderung. Hier kann die Digitalisierung ein Schlüssel zur Problemlösung sein. Macht man die Angebote internetfähig, ergibt sich die Chance sie übersichtlicher zu gestalten und digitale Schnittstellen zwischen Anbietern und Nutzern einzubauen. So finden Gründer Antworten auf ihre Fragen online und müssen nicht auf zeitintensive Beratertermine warten.

3. Hamburg als Startup-Hub bekanntmachen

Hamburg muss auf sich und seine Vorzüge aufmerksam machen – und damit nicht nur mehr Gründer, sondern auch mehr internationale Investoren für sich gewinnen. Als USP des Standorts sollte Hamburg seine Cluster herausstellen. Die Clusterpolitik ist Teil der Innovationsstrategie des Hamburger Senats und als solche einzigartig. Die Cluster agieren innerhalb dieser Politik als strategische Spezialisierungsfelder im Sinne einer „Smart Specialisation Strategy“. Diese können am besten durch zielgerichtete Medienarbeit und Events in internationalen Metropolen vermarktet werden.

4. Förderung und Finanzierung

Wie das HWWI, legt auch das Bündnis der Hamburger Netzwerkpartner Wert darauf, dass etablierte Unternehmen stärker mit Startups in Kontakt treten. Denn ein solcher Austausch wäre nicht nur für Startups ein Gewinn – auch große Konzerne können so neue Ideen und Innovationsimpulse erhalten.

Bei der WHU Incubator Roadshow haben Gründer die Chance, direkt vor Investoren zu pitchen. KPMG arbeitet hier intensiv mit dem Lehrstuhl Entrepreneurship der WHU zusammen und gibt Startups damit eine Bühne, um ihr Unternehmen vorzustellen und Geldgeber für sich zu gewinnen.

KPMG bietet Neugründungen optimale Rahmenbedingungen

Eine gute Idee reicht manchmal nicht aus um als Gründer Fuß zu fassen. Mit der Smart Start Initiative unterstützt KPMG nicht nur mit Business Know-how, sondern auch durch Kontakte zu Venture Capitalists, Business Angels und anderen Gründern und macht es so leichter für Startups sich in Hamburg niederzulassen.

 

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