Counters and cabinets in modern kitchen

Wohnen ist offenbar gerade angesagt bei Hanse Ventures: Nach dem Fenster- und Türen-Portal Vitraum und dem Makler-Marktplatz Hausgold hat der Hamburger Company Builder jetzt eine Plattform für Kücheneinrichtungen gelauncht. Die Idee dafür stammt aber nicht von Hanse Ventures, betonen David Striegnitz und Richard Ruben, sondern von ihnen – den Gründern von KitchenAdvisor

Beide haben zuvor beim Online-Küchenhändler Kiveda gearbeitet, mit 230 Mitarbeitern und fast fünf Jahren am Markt ein wichtiger Player in der Branche. Bei Kiveda kam den beiden die Idee zur Neugründung – weil sie ein Defizit ausgemacht hatten. „Bei Kiveda haben wir Leads bei externen Partnern eingekauft“, erzählt Ruben. „Da gibt es einen großen Markt, aber die Ergebnisse haben uns nicht immer zufriedengestellt. Der Grund: Normalerweise werden Leads direkt vergütet – was danach passiert, ist den Händlern überlassen.“ Die Portale haben einen Anreiz, einfach möglichst viele Leads zu liefern, ihnen ist es egal, wie gut diese konvertieren – sprich: Wie viele der Nutzer, die zu einem Händler gelockt werden, am Ende auch eine Küche kaufen. 

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Bei KitchenAdvisor wird das Entgeltmodell umgestellt: „Wir bekommen erst eine Vergütung, wenn eine Küche verkauft wird“, so Ruben. „Für uns ist es also interessant, möglichst gut konvertierende Leads zu generieren.“ 

Wie das gehen soll? Auf dem Portal sollen Nutzern möglichst gut beraten und durch den Kaufprozess geleitet werden, um am Ende möglichst passende Angebote mit realistischen Preisvorstellungen bekommen zu können. Nachdem man einen Online-Fragebogen ausgefüllt hat, folgt ein Telefonat mit einem Mitarbeiter, bei dem ein Schätzpreis – in der Regel eine bestimmte Preisspanne – genannt wird. Die ist zwar in keiner Weise verbindlich, dürfte Käufern aber bei der Orientierung helfen. 

„Wir kennen kein anderes Modell im Küchenbereich, das so funktioniert“, gibt Ruben zu. Die Gründer sind aber überzeugt, dass die Rechnung aufgeht. „Wir versuchen, dafür an allen möglichen Stellen algorithmisch zu unterstützen. Der Schätzpreis muss passen. Die Aussteuerung der Händler muss passen.“ Der Gründer sagt: „Es ist ein vielversprechendes Modell – und man muss keine astronomischen Zahlen erreichen, um das profitabel zu gestalten.“

Striegnitz und Ruben (der auch das Startup Cinepass mitgegründet hat) haben im Herbst 2016 mit ihrer Idee losgelegt. Anfang des Jahres wandten sie sich an Hanse Ventures. Zusammen wurden das Konzept innerhalb weniger Wochen zur Marktreife gebracht, seit Anfang April gehört KitchenAdvisor offiziell zum Portfolio der Hamburger, seit Anfang Mai ist das Portal online, zunächst nur in Hamburg und Berlin. Angeschlossen sind zum Start knapp 35 Studios in Berlin, etwa mehr als 20 in Hamburg. 

Potenzial hat der Markt, es gibt über 6.000 Küchenstudios in Deutschland. „Zeitnah“ soll das Portal deutschlandweit ausgerollt werden, verspricht Mitgründer Striegnitz. Gespräche über eine erste Finanzierungsrunde laufen. 

Bild: Getty Images / Spaces Images