Arbeiten nun für Earlybird: Fabian und Ferry Heilemann

Die hauptstädtischen Spatzen brüllten es seit Wochen von den Dächern, aber die PR-Story war noch nicht ausgefeilt genug. Nun ist es offiziell: Die beiden Berliner Startup-Geldgeber Heilemann Ventures und Earlybird schließen sich zusammen. Fabian und Ferry Heilemann werden Partner beim 1997 gegründeten VC. Weitere drei Mitarbeiter und vier Venture-Partner von Heilemann, die parallel als Gründer arbeiten, wechseln den Angaben zufolge ebenfalls zu Earlybird. Heilemann Ventures ist damit Geschichte.

Es ist ein Zusammenschluss, der durchaus sinnvoll erscheint. Bei Earlybird hatten sich zuletzt der langjährige Frontmann Ciaran O’Leary und Partner Jason Whitmire verabschiedet, die seit Mitte 2015 gemeinsam an einem eigenen Fonds arbeiteten. Auch den früheren Principal Simon Schmincke hatte es zu neuen Ufern gezogen. Damit stand der VC ohne ein prominentes Tech-Team da – wodurch Earlybird gegenüber anderen Geldgebern ins Hintertreffen geraten war. Die Lücke sollen die Heilemann-Brüder nun schließen, erklärt Earlybird-Mitgründer Christian Nagel gegenüber Gründerszene. Und sie sollen die operative Erfahrung, die sie in ihrer Zeit als Gründer gesammelt haben, einbringen. Man sehe, wie man mit ein wenig Hilfestellung Startups besser beschleunigen könne, so Nagel weiter. Eine Startup-Schmiede wie Project A Ventures oder Rocket Internet wolle man allerdings nicht werden.

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Auch für die Dailydeal-Geschwister bringt es offensichtliche Vorteile, mit Earlybird gemeinsame Sache zu machen. Heilemann Ventures war bereits seit einer Weile auf der Suche nach frischem Kapital, um mit einem zweiten Fonds die bestehenden Engagements auf den Beinen halten und neue Investments eingehen zu können. Ein erstes Closing hatte es bereits gegeben, auch erste Investments.

Der Blick auf das bisherige Heilemann-Portfolio, das ab sofort unter dem Earlybird-Dach geführt wird, zeigt aber wenige Highflyer, die schon bald die notwendigen Returns versprechen. Es ist also erst einmal finanzielles Durchhaltevermögen gefragt. Das ist nichts Schlimmes und gehört zum VC-Geschäft. Aber das sogenannte Fundraising frisst erhebliche Ressourcen.

Mit einem größeren Team ist das einfacher. Dass die beiden VCs gemeinsam einen Fonds mit einem Volumen von 150 Millionen Euro auf die Beine stellen wollen, darf man also auch vor diesem Hintergrund sehen. Und weil Geld derzeit insbesondere aus den USA nach Deutschland kommt, sind die dortigen Kontakte von Earlybird sicherlich von Vorteil.

Um einen wirklich neuen Geldtopf handelt es sich allerdings nicht: Zum einen hatte Earlybird bereits angekündigt, Geld für einen neuen Fonds einsammeln zu wollen, der sich auf Tech-Investitionen in Westeuropa fokussiert. Zum anderen: Der neue Fonds basiert auf dem Heilemann Ventures II, wie Earlybird-Mitgründer Nagel erklärt.

Investment-Expertise trifft operative Erfahrung. Das ergänzt sich gut – zumindest auf dem Paper und insbesondere, weil es die jeweiligen Schwächen ausbügeln könnte. Als Berliner-Startup-Institutionen kennen sich beide ohnehin. Und im vergangenen Jahr gab es zum Beispiel erste Co-Investments in das Umzugs-Startup Movinga und das Fintech-Unternehmen Cashboard.

Bild: Heilemann Ventures / Screenshots