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HelloFresh-CEO Dominik Richter

Auf dem Startup von Dominik Richter ruht Rockets Hoffnung. Mit 1,46 Milliarden Euro bewertet der Company Builder seinen Anteil an HelloFresh. Als Rocket Internet heute seine Halbjahreszahlen bekannt gab, stand der Kochboxen-Versender in den Präsentationen an erster Stelle. Aktuell hält der Investor 55,6 Prozent an HelloFresh.

Nur zu der neuen Finanzierungsrunde fiel bei der Präsentation kein Wort: Im April diesen Jahres bekam das Rocket-Venture noch einmal Geld (Gründerszene berichtete). Nun lässt sich auch die Höhe der Finanzierungsrunde beziffern, wie Exciting Commerce in den separat veröffentlichten HelloFresh-Zahlen entdeckte.

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Demnach erhielt das Startup 21,4 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung. Das Geld stammt von den Altinvestoren Baillie Gifford und Rocket Internet selbst, wie das Handelsblatt vom HelloFresh-Finanzchef Christian Gärtner erfuhr. Es gebe außerdem eine Kreditzusage von insgesamt 70 Millionen, sagte Gärtner. 20 Millionen Euro stammen von der niederländischen Rabobank und 50 Millionen von Rocket. Laut aktuellem Finanzbericht hat HelloFresh davon 44,4 Millionen Euro bereits eingezogen.  Die Bewertung des Startups ist bei der Finanzierung nur leicht auf 2,63 Milliarden Euro gestiegen, Rocket hat seinen Anteil um etwa einen knappen Prozentpunkt reduziert.

Mit dem neuen Geld will das Unternehmen scheinbar die Zeit bis zum Börsengang überbrücken. Im vergangenen Herbst war ein IPO von HelloFresh geplatzt, angeblich wegen einer zu hohen Bewertung. Firmenchef Dominik Richter betonte stets, das Unternehmen sei gut finanziert. „Das Schöne ist, dass wir keinen Druck haben, weil wir eine gute Kapitalausstattung besitzen“, sagte Richter im Wirtschaftswoche-Interview zum geplatzten IPO. Nach der aktuellen Finanzierung liegt die Cash-Position nun bei etwa 133 Millionen Euro.

Das Rocket-Venture weist in den Halbjahreszahlen weiterhin ein signifikant negatives Ebitda von minus 45,7 Millionen Euro aus. Der Umsatz liegt bei rund 290 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum konnte HelloFresh den Umsatz um knapp 160 Prozent steigern. Die Ebitda-Marge verbesserte sich leicht um drei Prozentpunkte auf minus 15,7 Prozent.

Vor allem die starke Expansion in den vergangenen Monaten innerhalb den USA, nach Kanada und in die Schweiz seien dafür verantwortlich, hieß es von Rocket-CFO Peter Kimpel. Ohne diese Investitionen in das Wachstum stünde das Venture seiner Einschätzung nach mit einem deutlich geringeren Verlust da, sei aber wahrscheinlich dennoch nicht profitabel.

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Bild: HelloFresh; Details zur Finanzierung wurden nachträglich ergänzt