Moderne Autos sammlen jede Menge Daten. Das betrifft technische Daten wie den Verbrauch, Leistungswerte des Motors oder den Verschleiß der Bremsen. Aber auch persönliche Daten werden gespeichert. Übermittelt wird die Art, wie ein Fahrer fährt, was er im Infotainment-System nutzt, Sitzeinstellungen und einiges mehr. Zusammen mit den GPS-Daten ergibt das ein recht komplexes Bild eines Nutzers. Schließt der zusätzlich sein Smartphone ans Infotainment an, verfügen Hersteller gleich über noch mehr Daten. So greift die Autoindustrie beispielsweise auf private Adressbücher zu und stellt sie anderen Anbietern zur Verfügung.

Die Verwendung dieser Informationen ist bisher nicht geregelt. Ebenso wenig die Frage, wem die Daten überhaupt gehören. Die Hersteller gehen davon aus, dass im Auto generierte Daten ihr Eigentum sind. So manche Fahrer und auch Datenschützer dürften das anders sehen.

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Nun haben sich die in Europa ansässigen Hersteller auf Regeln für den Datenschutz geeinigt. Der europäische Herstellerverband hat diese Regeln der Öffentlichkeit vorgestellt. Dabei setzen die Unternehmen auf fünf Prinzipien: Transparenz, Zustimmung des Kunden, Wahrung der Privatsphäre, Datensicherheit und eine angemessene Verwendung der Daten. Alles Dinge, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

Das Thema Datenschutz spielt spätestens seit den Snowden-Leaks eine große Rolle – und das wird auch in naher Zukunft so bleiben. Denn neben den Autokonzernen selbst mag auch der Staat Interesse an den Informationen aus den Fahrzeugen haben. Die GPS-Daten wecken Begehrlichkeiten bei verschiedenen Ermittlungsbehörden. Im Grunde sind alle modernen Autos – vor allem wenn ab 2017 das neue Notrufsystem „E-Call“ in Fahrzeugen Pflicht wird – mit einem Sender ausgestattet. Der kann jede Position auf wenige Meter genau erfassen. Da diese Daten auf den Servern der Autoindustrie gespeichert werden, kann ein Staatsanwalt mit einem richterlichen Beschluss an diese Informationen gelangen. Da ist es mit der Privatsphäre nicht weit.

Die Entscheidung der Autohersteller, eine freiwillige Selbstverpflichtung zu unterschreiben, soll der Politik signalisieren, sich nicht einzumischen. Ob dies nach dem VW-Skandal allerdings noch Vertrauen auslöst?

Bild: Daimler AG