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Wer würde schon einen Herzschrittmacher hacken wollen? Die US-Behörde zur Überwachung von Nahrungs- und Arzneimitteln (FDA) wartet lieber nicht darauf, das herauszufinden.

Sie warnte am Dienstag, dass verschiedene Modelle von Herzschrittmachern anfällig für Cyberattacken sind und startete einen Rückruf. Die kleinen Geräte werden Patienten chirurgisch in den Brustkorb oder Bauchraum eingesetzt, um einen normalen Herzrhythmus aufrechtzuerhalten. Dafür liefern sie elektrische Impulse an das Herz.

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Die Behörde schätzt, dass gleich 465.000 Patienten Schrittmacher eingebaut wurden, die jetzt mit neuer Firmware bespielt werden müssen – also mit Software, die für die Funktion eines Gerätes zuständig ist. Das Update soll etwa drei Minuten dauern, heißt es in der Mitteilung der FDA. Sie fordert die Gesundheitsversorger dazu auf, die „Risiken der Cybersicherheit“ zu diskutieren.

„Da medizinische Geräte zunehmend über das Internet, Krankenhausnetzwerke oder auch Smartphones miteinander verbunden werden, besteht ein erhöhtes Risiko, dass Schwachstellen im Bereich der Cybersicherheit ausgenutzt werden. Einige Schwachstellen könnten die Funktionsweise eines medizinischen Geräts beeinflussen“, schreibt die FDA weiter.

Der Rückruf gilt für Herzschrittmacher, die von Abott (früher St. Jude Medical) hergestellt wurden. Diese Geräte enthalten „Computersysteme, die anfällig für Eindringlinge sein können“, so die FDA. Von dem Unternehmen selbst heißt es, das Update solle dafür sorgen, dass „niemand anders als der eigene Arzt“ die Geräteeinstellungen verändern könne. Und die Patienten haben danach hoffentlich wieder Ruhe.

Bild: Getty/Peter Dazeley