Histoglobe

HistoGlobe – Das digitale Klassenzimmer

Im Klassenraum starren Schüler widerwillig auf abgewetzte Wandkarten – zu Hause können sie ihre Blicke kaum von Smartphone, Tablet-PC und Laptop lösen. Das Team von HistoGlobe hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich zur Aufgabe gemacht, Geschichte zu beleben und in 3D erlebbar zu machen.

Das sechsköpfige Team aus Weimar ist sich sicher: Geschichte, ob alt oder jung, ist besser zu verstehen, wenn sie interaktiv und im Zeitverlauf dargestellt wird. Besonders eignen sich hierfür animierte Karten. Jeder, der schon einmal die traditionsreiche Arte-Sendung „Mit offenen Karten“ geschaut hat, wird dem zustimmen.

Als Konsequenz hat das studentische Team aus Historikerinnen, Informatikern und Wirtschaftswissenschaftlern HistoGlobe entwickelt. Die browserbasierte Softwarelösung stellt geschichtliche Entwicklungen, wie beispielsweise die Entstehung der Europäischen Union, auf einer digitalen Karte mit Hilfe einer Zeitleiste dar. Filter ermöglichen zudem regionale und thematische Schwerpunkte. Zur Zeit kommt HistoGlobe noch in zweidimensionaler Darstellung daher, doch ein Prototyp für das 3D-Modell steht laut Projektleiter Marcus Kossatz bereits in den Startlöchern.

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Auf der Suche nach einem Pilotkunden ist HistoGlobe direkt vor Ort fündig geworden: Im Stadtmuseum Weimar wird das Team in den kommenden Monaten mehrere Bausteine einer Ausstellung zur Geschichte der Weimarer Verfassung beisteuern und somit wichtiges Nutzerfeedback für die Weiterentwicklung der Software sammeln.

Geschichte als Geschäftsmodell

Das Beispiel des Stadtmuseums in Weimar steht jedoch nur für einen der potenziellen Märkte, in denen HistoGlobe sein Produkt in Zukunft platzieren möchte. Neben kulturellen Institutionen – ob öffentlich oder privat – soll das Produkt wie zu Anfang beschrieben in den Schulunterricht oder auch weiterführende Studienangebote integriert werden.

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Schon jetzt arbeitet das Team mit Studierenden der Universität Gießen zusammen, um weitere Inhalte zu erstellen, und führt erste Gespräche mit Schulbuchverlagen. Letztere stellen Dank bestehendem Vertriebsnetz interessante Kooperationspartner dar. Als dritten aussichtsreichen Markt sieht Vertriebsleiter Christian Dominka private Firmen, die ihre Unternehmensgeschichte audiovisuell aufbereiten möchten. Eine Alternative zum Unternehmensfolianten, die wahrscheinlich besonders die jüngere Zielgruppe ansprechen dürfte.

Wer fördert Bildungs-Startups?

Dass das Finanzierungsangebot für Bildungs-Startups deutlich dünner ausfällt als jenes für klassische Internet-Unternehmen, liegt auf der Hand. HistoGlobe hat sich dennoch nicht abschrecken lassen und ein dichtes Netz an Unterstützern aufgebaut, um die Anlaufphase zu bewältigen: Das Gründerzentrum der Universität Weimar stellt dem Team ein Büro sowie Infrastruktur zur Verfügung.

Als Gewinner des Gründungswettbewerbes Herausforderung Unternehmertum erhielt das Team eine Startfinanzierung durch die Stiftung der Deutschen Wirtschaft, sowie die Heinz Nixdorf Stiftung. Beim thüringischen Gründer- und Innovationstag wurde das Team zudem mit dem Publikumspreis ausgezeichnet und auch beim Ideenwettbewerb Jena-Weimar zählte es zu den Siegern.