„Wir hätten etwas Trashigeres erwartet“

Gestern Abend strahlte der Fernsehsender Vox die erste Folge von „Die Höhle der Löwen“ aus, einer Fernsehshow, bei der Jungunternehmer versuchen eine fünfköpfige Investoren-Jury, bestehend aus Vural Öger, Jochen Schweizer, Judith Williams, Frank Thelen und Lencke Wischhusen, für ihr Konzept zu gewinnen.

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In wohnzimmerlicher Café-Atmosphere des Berliner Hub:raum kamen gestern Abend circa 50 Köpfe der Startupszene zusammen, um sich die Show beim Public Viewing gemeinsam anzuschauen. In den zwei Stunden der Sendung gab es acht Pitches und zwei Investments zu sehen. „Wir hätten eigentlich etwas Trashigeres erwartet“, hieß es aus dem Publikum, für eine TV-Show, bei der der Fokus klar auf Entertainment liege, sei das Ganze aber „überraschend authentisch und interessant“ gewesen.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Motzige Löwen, naive Gründer – und zwei Investments in zwei Stunden #DHDL

Beim US-amerikanischen Vorbild „Shark Tank“ gehe es zudem deutlich ruppiger zu, die deutschen Investoren seien im Vergleich viel netter. „Ich hätte noch mehr Drama erwartet“, so Zuschauer Tim, der sich selbst gerade in der Gründungsphase eines eigenen Unternehmens befindet. „Und ich hätte auch gedacht, dass viel mehr um Prozente und Anteile gekämpft wird – sowohl auf der Gründer- als auch auf der Investorenseite.“

Mit den Investoren waren sich die Zuschauer trotzdem häufig einig: In CrispyWallet, in das Frank Thelen und Lencke Wischhusen gemeinsam 50.000 Euro für je zwanzig Prozent investierten, hätten auch einige der Gründer aus dem Publikum ihr Geld gesteckt. Auch bei der „Brümmi Easysafe-Kralle“, einem Diebstahlschutz für PKWs, konnte das Publikum die Absage der Investor-Jury nachvollziehen: Keiner der anwesenden Zuschauer hätte hier Geld investiert.

Bemängelt wurde aus den Reihen des Publikums aber, dass die Internet-Branche in der Show viel zu kurz käme. Ideen fürs Online-Business sind in der ersten Folge gar nicht gepitcht worden – die seien „vermutlich zu wenig anschaulich für den klassischen Vox-Zuschauer“, so die Mutmaßung aus dem Publikum.

Nichtsdestotrotz sei das Format unterhaltsam und interessant: „Was ich total spannend finde ist, dass die Gründer ihre Geschäftszahlen hier so herausposaunen“, meint Zuschauer und Gründer Christoph. Auch Katharina findet aufschlussreich, welche Fragen von den Investoren gestellt würden: „Da gibt’s also sogar einen kleinen Lerneffekt.“ Beim Publikum kam als Investor übrigens Frank Thelen – Vertreter für’s Internet-Business – am besten an.

Auf Investorenseite meldete sich Olaf Jacobi von Target Partners via Twitter zu Wort:

Bild: Lydia Skrabania