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Die Homebell-Gründer: Felix Swoboda (vorne) und Sascha Weiler

Das Berliner Startup Homebell hat eine neue Finanzierungsrunde abgeschlossen. Angeführt wurde sie von den Altinvestoren Global Founders Capital, dem Fonds von Rocket Internet, und Lakestar, dem Fonds des Investors Klaus Hommels. Beide VCs erhöhten ihre Anteile an dem Handwerker-Startup auf jeweils 13 Prozent, wie aus dem Handelsregister hervorgeht.

Der bekannte Risikokapitalgeber Index Ventures, der zuerst im April 2016 in Homebell investierte, beteiligte sich ebenfalls erneut an der Finanzierung und hält damit seinen Anteil von knapp fünf Prozent an dem Unternehmen.

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Auf Nachfrage von Gründerszene macht Geschäftsführer Felix Swoboda keine Angaben zur Höhe des aktuellen Investments. Nur so viel: Für das laufende Jahr solle das Kapital durchaus reichen. „Wir wollen weiter in unsere Technologie und Markenbekanntheit investieren“, sagt Swoboda. „Wir schalten zum Beispiel seit Anfang Januar TV-Werbung, die sich positiv auf das Geschäft auswirkt.“

Homebell bietet über seine Plattform Renovierungsarbeiten für Kunden an. Das Unternehmen will die Aufträge besonders genau erfassen und damit Aufwand für Handwerker und Kunden einsparen, der sonst beispielsweise für Besichtigungen anfallen würde. Das Startup verdient über eine Gebühr für die Vermittlung, laut Swoboda variiert sie von Deal zu Deal.

Hepling wird zum Homebell-Konkurrenten

Mit seinem Investment begibt sich Rocket Internet nun in einen weiteren potenziellen Interessenkonflikt: Erst Mitte Januar verkündete das zuletzt strauchelnde Rocket-Startup Helpling offiziell, seine Dienstleistungen zu erweitern. Während Helpling lange Zeit ausschließlich Reinigungskräfte vermittelte, kommen nun Services wie Maler- und Tapezierarbeiten hinzu. Damit überschneidet sich das Angebot mit dem von Homebell.

Von Rocket Internet heißt es auf Nachfrage von einem Sprecher:Die Handwerker-Dienstleistungen bei Helpling sind weiterhin eher reinigungsnah und mit wenig Planungsaufwand buchbar.“ Es handele sich zum Beispiel um Entrümplungen. Bei Homebell liege der Fokus auf „komplexen Renovierungsprojekten mit höherem Planungsaufwand“, etwa der kompletten Erneuerung einer Wohnung.

Homebell-Geschäftsführer Felix Swoboda argumentiert, es sei ein gutes Zeichen, wenn mehr Anbieter in einen Markt eintreten würden. „Ich kann nur für uns sprechen: Wir sind in Sachen Renovierung online anbieten Marktführer und konzentrieren uns auf das, was wir können“, so Swoboda. Sorgen mache er sich nicht.

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Für sein Unternehmen arbeiten derzeit 130 Mitarbeiter. Das sind mehr als im vergangenen Sommer, als Homebell einige seiner damals 100 Mitarbeiter hatte gehen lassen. Aktiv ist das Startup heute in Deutschland, den Niederlanden und den USA. Dort arbeiten mehr als 15 Mitarbeiter in einem Büro in Phoenix.

Das 2015 von Swoboda und Sascha Weiler gegründete Startup ist nicht allein mit der Idee, den Handwerkermarkt zu digitalisieren. Unternehmen wie das bereits 2005 gegründete MyHammer sind in dem Bereich unterwegs. Auf dem Marktplatz können Handwerker und Kunden eigenständig Anzeigen mit ihren Angeboten und Gesuchen schalten. Die beiden ebenfalls 2015 gegründeten Berliner Startups Renovago und Renovinga unterhalten ein ähnliches Geschäft wie Homebell.

Bild: Homebell