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Die HTGF-Geschäftsführer: Alexander von Frankenberg (Mitte) und Michael Brandkamp (rechts daneben)

Der halbstaatliche Wagniskapitalgeber High-Tech Gründerfonds (HTGF) plant sein Investmentlimit zu erhöhen. Insgesamt drei Millionen Euro will der Fonds dann pro Startup investieren. Das sagte Geschäftsführer Michael Brandkamp der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Bislang gibt der VC 600.000 Euro in der Seedphase und schießt bis zu 1,4 Millionen Euro in einer Folgefinanzierung nach. Durch die Änderung will der Geldgeber seinen Investmentfokus auf die Themen Chemie, Umwelt und Maschinenbau erweitern können. „Vieler solcher Unternehmen klopfen bei uns gar nicht erst an, weil die Finanzierungsmöglichkeiten des HTGF für sie nicht ausreichen“, sagte Alexander von Frankenberg, ebenfalls Geschäftsführer, der Zeitung.

Der HTGF reagiert damit auf Kritik: So hatte das Beratungsunternehmen Technopolis in einer Evaluation empfohlen, das Fundinglimit zu erhöhen. Auch ältere Unternehmen will der VC künftig finanzieren. Nach der alten Regel darf der HTGF nur in Unternehmen investieren, die nicht älter als ein Jahr sind. In einem Gründerszene-Interview hatte von Frankenberg diese Schritte bereits letzten Sommer angekündigt und ein Fundinglimit von vier Millionen pro Startup ins Spiel gebracht.

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Um das Limit erhöhen zu dürfen, will der HTGF mehr private Geldgeber ins Boot holen. Bei dem neuen Fonds mit einem Zielvolumen von 300 Millionen Euro sei ein Unternehmensanteil von 30 Prozent anvisiert. Bislang stammt der Großteil des Geldes aus Mitteln des Bundeshaushalts sowie von der Förderbank KfW, deswegen unterliegt der Fonds strengen EU-Beihilfevorschriften. 18 Unternehmen, darunter Dax-Konzerne wie Daimler, die Telekom oder die Post, sind bislang beim HTGF investiert. Für den neuen Fonds soll die Zahl der Unternehmen auf insgesamt 30 ansteigen, heißt es in der FAZ.

Einige Hoffnungsträger sind noch im Portfolio

Auch zu ihrer bisherigen Performance geben die HTGF-Chefs in der FAZ aktuelle Zahlen preis: Aus dem ersten Fonds, der 2005 gestartet ist, sind mittlerweile 84 von 240 Millionen Euro aus Verkäufen zurückgeflossen. Im vergangenen Sommer waren es erst 67 Millionen.

Von Frankenberg gibt sich weiter zuversichtlich, dass der Fonds ohne Verluste geschlossen werden könne. Das brauche allerdings noch mehr Zeit. Vergangenen Sommer sagte er bereits: „Wir wollen ja auch nicht das Signal an die Unternehmen senden, dass wir jetzt möglichst schnell verkaufen wollen.“ Die Hoffnungen liegen auf Unternehmen wie dem Online-Brillenshop Mister Spex oder dem Fitness-Startup eGym. Etwa 100 Unternehmen seien noch im Portfolio des ersten Fonds.

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Bild: HTGF