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Es klingt wie ein Abschied, den der Berliner Investor XLHealth auf seiner Webseite verkündet: XLHealth werde sich nicht mehr nach Investments umschauen – zumindest nicht in den nächsten 18 Monaten. Das Moratorium solle genutzt werden, um sich neu aufzustellen. Außerdem dankt das Unternehmen noch der Belegschaft, die die Investment-Tätigkeit äußerst engagiert und erfolgreich begleitet habe. Und, der Schlusssatz: „Wir bedanken uns bei allen Geschäfts- und Gesprächspartnern für den gemeinsamen Weg“.

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Bedeutet das das Ende des Frühphasen-Investors? Die Nachfrage von Gründerszene blieb bislang unbeantwortet. Klar ist: In der jüngsten Vergangenheit gab es einige personelle Wechsel an der Spitze des Unternehmens. Vor etwa einem Jahr verließ Gründer Ulli Jendrik Koop mit seinem Partner Guido Hegener die Firma. Zwar bleib damals Min-Sung Sean Kim, der seit 2014 Partner bei XLHealth war, im Unternehmen – ging dann allerdings diesen  Sommer.

Auch der bisherige CEO, Jan-Niklas Keltsch, hat das Unternehmen nach nur sechsmonatiger Tätigkeit Ende Oktober verlassen. „Zur Zeit kümmere ich mich wieder stärker um die Geschäftsführertätigkeit meines Startups“, sagt er. Im Moment führt sein Kollege Tobias Auferoth das operative Geschäft bei XLHealth. Dieser ist seit Anfang des Jahres bei dem Investor tätig – doch laut Keltsch sind sowohl er als auch Auferoth auf Jobsuche: „Da absehbar ist, dass Tobias Auferoth auch bald das Unternehmen verlassen wird, sondieren wir gemeinsam neue Herausforderungen, sowohl auf der Investmentseite als auch als Unternehmer.“

Hinter XLHealth steht der Vorstandsvorsitzende der Compugroup, Frank Gotthardt, ein millionenschwerer Financier aus dem Siegerland. XLHealth hält Anteile an bekannten Gesundheits-Startups wie NeuroNation, Harimata und MySugr.

Welche Auswirkungen hat das Moratorium nun für sie? Jakob Futorjanski, der CEO von NeuroNation, antwortet entspannt: „Für uns werden die Veränderungen bei XLHealth vorerst keine Konsequenzen haben. Frank Gotthardt als unser ultimativer Shareholder und Gesellschafter bleibt der Ansprechpartner.“

Bildquelle: Getty Images / Guido Mieth