Hyph Team

Sven Seelig (22), Arthur Schiller (22), Stefan Wirth (23), Marko Barleben (40, von links) brachten Hyph 2015 in den App Store

Der Beacon-Hype war groß. Allein in Deutschland wurden in den letzten Jahren Millionen in Unternehmen mit Fokus auf die Funk-Technologie investiert. Im Alltag begegnet man dem Thema aber nach wie vor selten. Ein Startup aus der Nähe von Potsdam bekommt die Flaute nun zu spüren: das Produkt ist da, die ersten Kunden auch – nur die Geldgeber fehlen.

Etwas schwermütig wirkt Marko Barleben, als er erzählt, dass bislang sämtliche Investoren abgewunken hätten. Barleben ist einer von drei Gründern des Startups Hyph (sprich: Haif), dass sich auf die Beacon-Navigation von Event-Besuchen spezialisiert hat.

Beacons sind kleine Bluetooth-Funksender, die in einem Umkreis von bis zu 30 Metern Signale etwa an Smartphones senden. Per App erhalten Nutzer so Push-Nachrichten, die beispielsweise in Geschäften auf Angebote aufmerksam machen. Eingesetzt werden Beacons auch im Hotel-Management oder der Indoor-Navigation. Über die App von Hyph bekommen Nutzer Informationen zu Veranstaltungen zugeschickt, wie Sprecher-Listen, die aktuelle Agenda oder Programmänderungen. Wenn ein Profil vorhanden ist, sind auch Informationen über andere Besucher sichtbar.

Die Event-App wird allerdings erst dann aktiv, wenn sich der Nutzer in Reichweite eines Beacons „eincheckt“. Die Push-Nachrichten lassen sich Wochen im Voraus planen. Dafür können Veranstalter ihre App über eine Web-Anwendung mit Informationen füttern.

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Hyph kam im letzten Jahr unter anderem bei den Deutschen Gründer- und Unternehmertagen (deGUT) zum Einsatz. Viel höher hinaus soll es nicht gehen: „Wir wollen kleine bis mittelgroße Events abdecken, die CeBIT ist nicht unser Ziel“, sagt Barleben. Auch sonst gibt sich das Startup bescheiden: Den internationalen Wettbewerber DoubleDutch aus San Francisco bezeichnet Barleben etwa als „Mercedes“ unter den Event-App-Anbietern, man selbst sei der „Dacia“, weil man sich in Sachen Funktionen aufs Wesentliche konzentriere.

Finanziell ist DoubleDutch deutlich besser ausgestattet, bislang mit fast 80 Millionen US-Dollar. Bei Hyph will es mit der Finanzierung indes nicht so recht klappen. Ein „großes Problem“, wie Barleben sagt. Externes Kapital gab es für sein Unternehmen noch nicht. „Die Investoren sind vorsichtig geworden“, glaubt er.

Barleben und sein Mitgründer Stefan Wirth studieren Telematik an der TH im brandenburgischen Wildau, stehen nun kurz vor ihrem Abschluss. Auch Designer Artur Schiller, ebenfalls Mitgründer, ist noch an der Uni. „Jetzt, wo unser Studium bald geschafft ist, wollen wir ordentlich Gas geben und mehr Events betreuen.“ Geldgeber will das Team so auf sich aufmerksam machen. Allerdings nicht um jeden Preis: An seiner Idee will Hyph unbedingt festhalten.

Bild: Hyph