GettyImages-612894230 (1)

Ein syrischer Flüchtling bei einem Workshop in der Nähe von Dresden.

Schon im Frühjahr diesen Jahres traf sich in Berlin eine kleine Runde aus der Startup-Szene. Ihre Mission: Flüchtlinge bei sich in den jungen Unternehmen unterzubringen, denn die Digital-Szene ist mittlerweile zu einem wichtigen Arbeitgeber in der Hauptstadt aufgestiegen. Außerdem befinden sich viele schnellwachsende Unternehmen ständig auf der Suche nach neuen Mitarbeitern.

Anzeige
Dahinter steht die zentrale Frage, wie Flüchtlinge in den kommenden Jahren auf dem deutschen Arbeitsmarkt einen Job finden. Und da kommt schnell ein weiterer Vorschlag in die Diskussion: Warum nicht einfach selber gründen? Schließlich stammen viele Flüchtlinge aus Ländern mit einer starken unternehmerischen Kultur, beispielsweise Syrien. Auch andere Migranten suchen laut KfW in Deutschland eher den Schritt in die Selbstständigkeit.

Seit Anfang des Jahres bietet die IHK Berlin eine sogenannte Startup-Class, ein Kurs, der in arabischer Sprache über den Weg in die Selbstständigkeit informiert. Mit einer Umfrage unter den Teilnehmern hat die IHK nun Probleme der Flüchtlinge aufgezeigt.

Insgesamt zwei Drittel der 84 befragten Flüchtlinge wolle innerhalb der kommenden zwölf Monate auch tatsächlich gründen, heißt es in der Umfrage. Dabei sind die Hinternisse ebenfalls groß: Etwa 60 Prozent geben an, die Finanzierung sei das Problem, auch die deutsche Sprache und die fehlende Marktkenntnis sind für etwa die Hälfte ein Problem. Genau an diesen Punkten sieht die IHK Berlin Ansatzpunkte für Finanzierungs- oder Fördermittel.

Denn die IHK sieht großes Potential in den Flüchtlingen: „Während 2015 beispielsweise nur 55 Existenzgründungen durch Syrer registriert worden, kamen im selben Jahr schätzungsweise 2.000 geflüchtete Unternehmer aus Syrien nach Berlin“, lässt sich Jan Pörksen von der IHK zitieren. Mit diesen Unternehmern könnten neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Bild: Getty Images/JOHN MACDOUGALL