InnoGames Michael Zillmer Startup-Helden

Michael Zillmer (30) ist Mitgründer von InnoGames, einer Hamburger Games-Schmiede mit Spielen wie „Die Stämme“, „Grepolis“ und „Forge of Empires“.

„Startup-Held“ Michael Zillmer im Interview

2003, nach seiner Fachinformatiker-Ausbildung, begann der Gaming-Begeisterte Michael Zillmer gemeinsam mit den Brüdern Hendrik und Eike Klindworth mit der Kreation des Spiels „Die Stämme“. Nach einem Monat war die erste spielbare Version des Hobbyprojekts fertig, zwei Jahre später zockten bereits rund 50.000 Nutzer den Strategieklassiker. Heute beschäftigt das Dachunternehmen InnoGames (www.innogames.com) über 290 Mitarbeiter und 110 Millionen Spieler.

Update vom 27. Februar 2013: Seine mittlerweile 300 Mitarbeiter will das Hamburger Spieleunternehmen bis Ende des Jahres auf 400 aufstocken. Rund 60 der neuen Stellen sollen dabei von Entwicklern besetzt werden, wie InnoGames auf Nachfrage verriet. Die verbleibenden 40 Arbeitsplätze verteilen sich auf Positionen im Marketing, Produkt-Management und der Qualitätssicherung. Der Grund für die Neueinstellungen seien das bald erscheinende Spiel Tribal Wars 2, sowie zwei weitere sich derzeit in der Entwicklung befindende Spiele und Neuerscheinungen der nächsten Monate.

In der Reihe „Startup-Helden“ spricht Zillmer über die Entwicklung zum Unternehmen, den deutschen Gaming-Markt und das neue Gründerzentrum InnoHub.

Wer bist Du und was machst Du?

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Mein Name ist Michael Zillmer und ich bin Mitgründer und COO des Hamburger Spieleentwicklers InnoGames. Zusammen mit Hendrik und Eike Klindworth habe ich 2003 das Onlinespiel „Die Stämme“ entwickelt. 2007 haben wir dann die InnoGames GmbH gegründet, bei der zur Zeit über 290 Kollegen aus 22 Nationen arbeiten.

Wie seid Ihr auf die Idee zu InnoGames gekommen?

Hendrik, Eike und ich waren immer schon begeisterte Gamer und wollten früh unsere eigenen Ideen verwirklichen. Im Jahr 2003 waren in Deutschland gerade so genannte Browser-Games stark im Kommen. Da diese damals grafisch noch nicht so aufwändig waren, entschieden wir uns, ein solches Spiel zu entwickeln. „Die Stämme“ war bald die Lieblingsbeschäftigung unserer Freunde und gewann auch außerhalb immer mehr Spieler. Was als Hobby geplant war, wurde bald so groß, dass wir uns entscheiden mussten, es entweder zurückzufahren oder unser eigenes Unternehmen zu gründen. Das taten wir 2007 mit InnoGames.

Wo siehst Du den deutschen Spielemarkt im Vergleich zum US-amerikanischen?

Die USA ist der größte westliche Gaming-Markt, Browsergames entwickelten sich dort aber nie so stark wie in Deutschland. Weltweit besitzen inzwischen Mobile Games das größte Marktpotenzial. Europa kann da bisher noch nicht mithalten, dennoch sitzen auch hier einige große Entwicklerstudios. Im Bereich der Browserspiele ist Deutschland weiterhin stark führend, hiesige Unternehmen zählen dabei auch international zu den stärksten. Diese starke Position würden wir – genau wie einige unserer Mitbewerber – natürlich auch gerne auf den mobilen Spielemarkt ausbauen. Unser ganzer Fokus liegt daher auf der Entwicklung so genannter Cross-Plattform-Spiele, die sowohl im Internet über einen normalen Browser, als auch über mobile Apps für Smartphones und Tablets gespielt werden können.

Was hat es mit Eurem neuen Projekt InnoHub auf sich?

Der InnoHub ist ein Business Center von Gründern für Gründer. Das Projekt richtet sich nicht nur an Neugründungen, sondern auch an Startups, die schon mehrere Monate oder wenige Jahre am Markt aktiv sind. Ab dem 1. März 2014 vermieten wir sowohl Büroräume für drei bis 30 Mitarbeiter, als auch Einzelarbeitsplätze in unserem neuen Büro in der Hamburger City Süd an Startups und Freischaffende aus verschiedenen Branchen. Das Besondere am InnoHub ist, dass wir unsere Mieter mit einem eigenen Mentorenprogramm unterstützen: Experten für Themengebiete wie Steuern, Recht oder Personal sind regelmäßig vor Ort und helfen den Startups bei allen relevanten Fragen rund um die Unternehmensgründung.

Welche Tipps gibst Du Gründern nach Deinen eigenen Erfahrungen auf den Weg?

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Behaltet eure eigene Idee immer im Auge und geht den Schritt zur Gründung nicht überhastet. Versucht am Anfang, den gesamten Ablauf grundlegend zu verstehen. Klar braucht man Experten für Controlling, Recht und so weiter, aber diesen sollte man nicht blind vertrauen. Tauscht euch auch mit anderen Gründern aus, dadurch entstehen oft ganz andere Sichtweisen auf euer Projekt. Überlegt euch daneben genau, wie ihr die oft sehr begrenzte Zeit effizient nutzen möchtet. Das variiert stark, je nach Branche und Geschäftsidee: Ein Gaming-Startup sollte im besten Fall keine Auftragsarbeiten für andere machen. Klar bringt das Cash, aber dafür fehlt dann die Zeit für den Ausbau des eigenen Spiels.

Bild: InnoHub; Mitarbeit: Georg Räth