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Innovation ist notwendig

Nach einigen sehr unsicheren Jahren sieht man in Innovationen eine der bedeutendsten Möglichkeiten für die globale Wirtschaft, wieder den Wachstumskurs einzuschlagen. Besonders im Personalwesen dominieren sie die Diskussionen in der Führungsetage, da Innovationen bei der Anwerbung und Bindung von Talenten als ein Weg zur Umgestaltung der gesamten Branche gelten.

Sowohl technologische als auch gesellschaftliche Veränderungen wurden von der Branche bereitwillig angenommen. Und das mit gutem Grund, denn die Bedeutung von Innovationen bei der Einstellung, Verpflichtung und Entwicklung von Talenten darf nicht unterschätzt werden, da die Anwerbung und Bindung der besten Mitarbeiter davon abhängt.

Unterschiedliches Verständnis von Innovationen

Im Rahmen einer Studie wurden über 4.000 Mitarbeiter und Personalfachleute in Deutschland befragt. Die Studie untersuchte die wichtigsten Phasen des Mitarbeiter-Lebenszyklus, um in Erfahrung zu bringen, was Innovationen für Talent-Manager und Mitarbeiter bedeuten.

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Die Ergebnisse aus Deutschland waren, gelinde gesagt, überraschend. Ein gewisses Maß an widersprüchlichen Ergebnissen in den Statistiken weist auf ein unterschiedliches Verständnis von Innovationen hin, auf unterschiedliche Erwartungen und eigene Erfahrungen als Mitarbeiter und Unternehmen. Für manche Menschen bedeuten Innovationen in der Anwerbungsphase zum Beispiel etwas so Einfaches wie den Einsatz von sozialen Medienkanälen wie LinkedIn oder verschiedenen Stellenportalen, um Talente anzulocken.

Etwas anspruchsvollere Kandidaten stellen jedoch sehr viel höhere Erwartungen an die eingesetzten Methoden und Taktiken. Sie betrachten Innovationen als signifikantes Unterfangen, wie zum Beispiel den Aufbau einer Arbeitgebermarke, um neue Talente anzulocken, und zwar über vielfältige Medien, von der Werbung bis zum Tag der offenen Tür.

Mehrheit erwartet Innovation am Arbeitsplatz

Innovationen werden in Deutschland von Mitarbeitern und Arbeitgebern gleichermaßen als wesentlich erachtet, insbesondere von den sozial vernetzten Mitarbeitern der Generation Y, die Stellen suchen, bei denen neue Ideen und Kreativität unterstützt werden. Diese Generation vorausdenkender Mitarbeiter hat ein vernichtendes Urteil über die Versuche, innovativ zu erscheinen gefällt. Denn nur 27 Prozent glauben, dass ihr Unternehmen auf irgendeine Weise innovativ ist. Die Erwartungen sind allerdings hoch, da über 70 Prozent erwarten, dass man sich den Themen Engagement und Entwicklung auf innovative Weise widmet. 70 Prozent der Arbeitgeber und Mitarbeiter glauben, dass mehr in diesem Bereich getan werden kann, was ermutigend ist und den Wunsch nach einem modernen, interessanten Ansatz zeigt.

Diese Situation wird jedoch kritischer, wenn man bedenkt, dass mehr als die Hälfte der Mitarbeiter eine Position verlassen würden, wenn ihnen bei einer anderen innovative Vorteile geboten würden, und 66 Prozent würden sich innerhalb der nächsten sechs Monate eine andere Stelle suchen, wenn sich Versprechen über Innovationen bei ihrer Tätigkeit nicht realisieren würden.

Druck auf Personalfachleute ist hoch

Dies ist eine besorgniserregende Statistik, die zeigt, welchem Druck Personalfachleute wirklich ausgesetzt sind, um innovative Praktiken zu implementieren und ihre Versprechen einzulösen. Personalabteilungen müssen beträchtliche Mittel in die deutliche Verbesserung ihres Unternehmensimages als innovative Marke investieren, wenn sie die besten Arbeitskräfte halten wollen.

Global glaubt man von Innovationen am Arbeitsplatz, dass sie dringend benötigte Veränderungen mit sich bringen. Dennoch liegt Deutschland zurück, was den Glauben an den Einfluss von innovativen Ansätzen auf Einstellung, Engagement und Entwicklung betrifft. Zum einen stufen 36 Prozent der Personalfachleute innovative Ansätze beim Mitarbeiter-Lebenszyklus in ihrer Bedeutung als „hoch bis mittel“ ein, zum anderen haben weniger deutsche Mitarbeiter Vertrauen in die motivierende Wirkung von Innovationen im Vergleich zu anderen untersuchten Märkten (76 Pozent).

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Der Druck auf Personalfachleute, nicht nur innovative Methoden einzusetzen, sondern auch sicherzustellen, dass diese angemessen kommuniziert werden, ist hoch. Innovationen werden häufig als technologiebasiert betrachtet, durch die neue Tools in einer Geschwindigkeit entwickelt werden, mit denen die Branche kaum Schritt halten kann. Allerdings sollte der Wert des traditionellen, direkten Kontakts nicht unterschätzt werden. 42 Prozent der Kandidaten sagten, dass der direkte Kontakt während der Anwerbungsphase die größte Auswirkung hatte.

Traditionelle Methoden und Innovationen schließen sich jedoch nicht gegenseitig aus. Und beide können eingebracht werden, um ein angemessenes Vorgehen sicherzustellen. Innovative Techniken beim Bewerbungsgespräch kommen gut an, aber Fachleute sollten sich nicht davor fürchten, einige traditionellere Elemente in ihre Prozesse einfließen zu lassen.

Der deutsche Markt ist nicht ganz einfach. Innovationen werden sowohl von Arbeitgebern als auch Mitarbeitern, von der Anwerbung bis zum Werdegang des Mitarbeiters, als essenzieller Teil betrachtet. Doch potenzielle Konflikte, hinsichtlich der unterschiedlichen Bedeutung von Innovationen und der hohen Erwartungen der Mitarbeiter, machen sie zu einer beträchtlichen Herausforderung.  Eine Sache ist aber klar: Innovationen sind ein entscheidendes Element, was die Bindung der besten Arbeitskräfte betrifft, und Personalfachleute müssen sich dieser Herausforderung stellen.

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