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Joiz Germany ist Geschichte, doch der Rechtsstreit dauert an.

Der Wirbel um den Jugendsender Joiz Germany nimmt kein Ende. Nach der Insolvenz der Schweizer Muttergesellschaft Joiz und dem Verkauf von Joiz Germany ist der Vertrag nun für ungültig erklärt worden.

Demnach stand der Verkauf an den Investor Uwe Fabich nach Schweizer Recht noch unter Vorbehalt, da Joiz Germany erst kurz vor der Insolvenz der Muttergesellschaft verkauft wurde. Hält der Insolvenzverwalter den Verkaufspreis für zu gering, kann er im Interesse der Gläubiger sein Veto einlegen. Aus dem Kaufvertrag, der Gründerszene vorliegt, ist ersichtlich, dass Joiz Germany für lediglich 20.000 Euro den Besitzer wechselte.

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Für eine endgültige Übertragung der Anteile hätte nun der Schweizer Insolvenzverwalter Christian Otto zustimmen müssen. Seine Sprecherin sagte gegenüber Dwdl.de jedoch: „Der Verkauf an Uwe Fabich ist gescheitert.“ Die Gesellschafter des deutschen Senders sind jetzt wieder zu 20 Prozent die Mediengruppe DuMont und zu 80 Prozent der Schweizer Insolvenzverwalter.

Neben dem Verkauf sind damit auch sämtliche geschäftsführerischen Entscheidungen ungültig. Der neue Investor hatte nach der Unterzeichnung des Kaufvertrages unter anderem die Geschäftsführerin Britta Schewe entlassen und technisches Equipment aus den Büroräumen entfernen lassen. Zudem hatte Fabich angekündigt, einen neuen Standort im Berliner Funkhaus aufzubauen und den Sender als Musik- und Event-Kanal nicht mehr unter der Joiz-Marke fortzuführen.

Als Grund für die Entscheidung des Insolvenzverwalters sagte Investor Fabich gegenüber Gründerszene: „Ich vermute, dass DuMont beim Insolvenzverwalter darauf gedrungen hat, den Verkauf zu verhindern und Joiz insolvent gehen zu lassen, weil Joiz noch einen Vertrag hat, für drei Millionen Werbung bei DuMont zu schalten.“ Das habe DuMont künftig verhindern wollen, die bedrohten Jobs seien der Mediengruppe hingegen „scheißegal“, so Fabich weiter. DuMont möchte sich auf Nachfrage von Gründerszene nicht äußern. Allerdings ist aus Unternehmenskreisen zu hören, dass die Mediengruppe bereits Übernahme-Gespräche mit Joiz-Mitarbeitern geführt hat.

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Ungeachtet der juristischen Streitigkeiten zwischen den Anteilseignern ist aber sicher: Joiz Germany ist am Ende. Eine Fortführung des Betriebs sei ausgeschlossen, bestätigte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters gegenüber Dwdl.de. Alle wichtigen Aufträge von Abnehmern der Joiz-Shows seien aufgelöst worden.

Bild: Christina Kyriasoglou