Die Gelehrten sind sich einig. Eines der großen Meta-Themen der kommenden Jahre wird die Künstliche Intelligenz (KI) sein. Aber was versteht man eigentlich darunter? Wie sieht der Stand der Entwicklung aus? Und für wen sind diese Entwicklungen eigentlich besonders interessant? Was sind selbstlernende Maschinen?

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In der TV-Sendung Scobel wurde jetzt zumindest ein Teil dieser Fragen beantwortet. Es passiert leider viel zu selten, dass ein derartig umstrittenes Thema sachlich und ohne weltanschaulichen Überbau, ja fast unterkühlt und wissenschaftlich angegangen wird. An umstrittenen Thesen ließen es die beiden Studiengäste Dr. Damian Borth, Direktor am Deep-Learning-Center des Deutschen Forschungsinstitutes für KI in Kaiserslautern, und Thomas Metzinger, Professsor für theoretische Philosophie an der Universität Mainz, allerdings nicht fehlen:

In Zukunft werden Maschinen auch rationalere und moralischere Entscheidungen treffen können als der Mensch.

Durch KI wird es 90 Prozent weniger Verkehrstote geben.

Zwei Ereignisse in den vergangenen Wochen haben gezeigt, dass KI vor dem nächsten Durchbruch steht: Um einen Menschen im asiatischen Brettspiel Go zu schlagen, braucht es nicht nur Strategie und Taktik, sondern auch eine Portion Intuition. Offenbar hat die selbstlernende Google-Software AlphaGo ein Gefühl dafür entwickelt, wie man in diesem anspruchsvollen Spiel gewinnt und schlug den amtierenden Weltmeister Lee Sedol. Bei Boston Dynamics sind mit Modell Atlas Roboter entwickelt worden, die das Gleichgewicht halten können und sogar wieder aufstehen können, wenn sie umgeworfen werden.

Was passiert, wenn man diese Fähigkeiten verknüpft? In Filmen wie Matrix oder I, Robot wird die Frage auf eine eher beunruhigende Weise beantwortet. Beide KI-Forscher sind da viel entspannter und sind sich sicher, dass es noch Jahre dauern kann, bis Roboter zu echten Rivalen des Menschen werden können. Aber die KI sei laut Dr. Borth bereits jetzt Bestandteil des Alltags: In den USA würden zum Beispiel 70 Prozent des Börsenhandels von Maschinen ausgeführt.

Ab Minute 14:30 geht es mit der Experten-Diskussion los. Vorher gibt es noch einen Ausflug zu den Anfängen der KI im Silicon Valley. Auch sehenswert.

In der Kurzgeschichte „Runaround“ hat der Science-Fiction-Autor Isaac Asimov übrigens bereits im Jahr 1942 seine „Grundregeln des Roboterdienstes“ formuliert:

  1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen wissentlich verletzen oder durch Untätigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen Schaden zugefügt wird.
  2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen – es sei denn, ein solcher Befehl würde mit Regel eins kollidieren.
  3. Ein Roboter muss seine Existenz beschützen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert.
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