Der Ex-CDU-Politiker Friedbert Pflüger wird Vorsitzender der Stiftung

Die Spitzen der deutschen Internetwirtschaft versammeln sich hinter einer neuen Stiftung: Am Montag wird in Berlin die Internet Economy Foundation (IEF) gegründet, ein Thinktank für die digitale Wirtschaft und das Internetzeitalter.

Vorsitzender der IEF wird der ehemalige Verteidigungsstaatssekretär und Berliner CDU-Spitzenkandidat Friedbert Pflüger, die Geschäfte führt der US-amerikanische Journalist und Berater Clark Parsons.

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Für Aufsehen sorgt aber vor allem der extrem prominent besetzte Stiftungsrat: Ihm gehören neben United-Internet-Boss Ralph Dommermuth als Vorsitzendem Zalando-Vorstand Robert Gentz, Delivery-Hero-Mitgründer Kolja Hebenstreit, Investor Klaus Hommels, der ehemalige Telekom-Chef René Obermann sowie Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer an.

Die IEF solle „in der dynamischen Welt des Internets eine neugierige Denkfabrik, ein unabhängiger Ratgeber und kompetenter Dialogpartner“ sein, heißt es auf der Website. Dort werden auch schon Positionen zu einigen wichtigen Themen abgesteckt:

  • So befürwortet die IEF einen Schutz der Netzneutralität als Voraussetzung fairen Wettbewerbs – vor allem deshalb interessant, weil Ex-Telekom-CEO Obermann damit der Position seines ehemaligen Arbeitgebers widerspricht; noch 2013 forderte er bei Gründerszene, Internetfirmen müssten sich an den Kosten der Infrastruktur beteiligen.
  • Die IEF fordert den Gesetzgeber auf, Betreiber marktbeherrschender Web-Plattformen wie Google zur Gleichbehandlung aller Anbieter zu verpflichten.
  • Sie wünscht sich ein moderneres und offenbar aktiveres Wettbewerbsrecht für die europäische Digitalwirtschaft; sie empfiehlt Datensouveränität für Nutzer, „ohne die Wirtschaft dabei abzuwürgen“.
  • Sie reklamiert einen schnellen Breitbandausbau.
  • Sie drängt auf steuerliche Anreize für VC-Investitionen und öffentliche Förderungen.
  • Und sie pocht auf einen „Digitalbildungs-Staatsvertrag“, um die digitale Erziehung zu stärken.

Bei einer Gründungsveranstaltung am Montag wird unter anderem der deutsche EU-Digitalkommissar Günther Oettinger (CDU) sprechen, außerdem wird eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger vorgestellt, die notwendige Schritte für eine zukunftsfähige Internetwirtschaft für Deutschland und Europa nennen soll.

Bild: Getty Images / Sean Gallup