Claudia Dederichs, Head of Human Resources

Schauplatz Rheinland: Die Internetone AG ist als Full-Service-Provider für Performance Online Marketing in Köln tätig. Seit 2011 betreibt das Unternehmen außerdem in der Division VentureOne Company Building und gründet erfolgreiche Startups. Die Gründerszene Jobbörse sprach mit Claudia Dederichs, seit Oktober 2012 Head of Human Resources, über Unterschiede zu anderen Company Buildern wie Rocket Internet und die Kölner Lebensfreude.

Claudia, wann und von wem wurde Internetone gegründet?

Die Internetone gibt es seit 2009 und wurde von einem Team erfahrener Onliner gegründet. Seitdem dreht sich bei uns alles um Online Marketing, den Aufbau von Startups sowie den tief in unserer DNA verwurzelten Performance Ansatz. Daher sind wir um Beispiel echte Vollprofis in der Beschaffung und Veredelung von Traffic, was wiederum das A und O für die Entwicklung neuer Startups etwa bei Commerce, Gaming und Mobile ist. So geben wir den Startups bei Ventureone von Anfang die nötige Schubkraft, um schnell Marktanteile zu gewinnen und international zu wachsen.

Wie viele Mitarbeiter beschäftigt ihr mittlerweile? Wie viele davon entfallen auf euren Company Builder Ventureone?

Das trennen wir gar nicht groß. Bei uns sind über 50 Mitarbeiter damit beschäftigt, entweder für unsere Online-Marketing-Kunden oder die Startups den bestmöglichen Job zu machen. Wir haben eine Matrixorganisation und arbeiten viel mit Scrums und virtuellen Teams. So ist es bei uns normal, dass ein Onliner gleichzeitig eine Kampagne für einen Kunden optimiert und ein Startup mit Traffic versorgt. Wir denken also weniger in starren Strukturen, sondern eher in Ergebnissen. So versuchen wir, die Fähigkeiten unserer Mitarbeiter optimal für die unterschiedlichsten Bereiche zu nutzen, was natürlich auch die Arbeit bei uns extrem vielfältig und spannend macht.

Kurz und knackig: Warum muss man Internetone kennen?

Also müssen tut man nichts, außer sterben natürlich (lacht). Sicher sind wir nicht so bekannt wie Rocket oder Team Europe, die natürlich auch von einer massiven PR profitieren. Wir versuchen eher, durch Ergebnisse zu überzeugen, beispielsweise indem wir schneller neue Ideen umsetzen und in die Profitabilität führen. Es geht bei uns also im Vergleich zu anderen Company Buildern weniger um die Erzielung eines Agios durch geschicktes Timing beim Verkauf von Companies an zahlungskräftige Käufer, sondern um den Aufbau und den Betrieb von nachhaltig cashflowpositivem Geschäft.

Und natürlich glauben wir, dass die Kombination aus jahrelanger Online Expertise und Gründungskompetenz in dieser Form im Rheinland, wenn nicht sogar in Deutschland, einzigartig ist, was uns oft bestätigt wird. Und wir nehmen uns nicht ganz so ernst und wichtig, wie manche Mitbewerber. Daher gehen wir beispielsweise auch nicht mit Kundenlisten oder unserem Portfolio hausieren, sondern versuchen einfach jeden Tag mit viel Leidenschaft und harter Arbeit einen guten Job zu machen, und so was spricht sich natürlich schnell herum. Spaß an der Sache steht bei uns im Vordergrund und das merkt man hoffentlich sofort, wenn man uns kennenlernt (lacht).

Vor welche Herausforderungen stellt euch euer Standort im Rheinland? Und welche Chancen ergeben sich daraus, seinen Sitz „fernab der Gründer-Hochburg Berlin“ zu haben?

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Zunächst mal hat Berlin natürlich als größte deutsche Stadt fast viermal soviele Einwohner wie Köln und damit einen größeren Arbeitsmarkt. Dies mag einer der Gründe sein, warum die Samwer Brüder als „urkölsche Jungs“ mit Alando den Schritt nach Berlin wagten. Dazu kommt, dass Berlin in den letzten Jahren einen enormen Hype erfahren hat, der nach unserer Beobachtung derzeit aber wieder abflaut, da viele Berliner Start-ups ihren Erfolgsnachweis schlicht schuldig geblieben sind oder bereits in der Versenkung verschwunden sind. Dennoch ist das Recruiting in Berlin sicher quantitativ erstmal einfacher als in Köln, allein aufgrund der stärken Startup-Infrastruktur in der Hauptstand.

Köln und das Rheinland befinden sich hingegen im bevölkerungsstärksten Bundesland mit 22 Mio. Einwohnern und haben eine exzellente Infrastruktur aus Top-Universitäten und zahlreichen Gründerzentren in Köln oder im Umland. Das macht auch für viele unserer Bewerber aus Berlin Köln hochattraktiv. Denn durch seine Kultur und seine lockere Lebensart ist Köln eine der beliebtesten Metropolen Europas und bietet Lebensfreude pur. Außerdem ist das Wetter hier viel besser als in Berlin (lacht).

In welchem Punkt schlägt Köln Berlin denn?

Wie viel Platz hast du? Nein im Ernst, was die Lebensqualität anbelangt hat Köln schon einige Pluspunkte. Viele, die sich von Berlin aus bei uns bewerben schildern Berlin teilweise als sehr groß, kühl und in manchen Vierteln recht schmuddelig. Köln hingegen wird als sehr gemütlich und weltoffen und warm wahrgenommen. Dies mag auch in der Lage tief im Westen und mit unmittelbarer Nähe zu Frankreich, den Niederlanden und so weiter liegen. Von Köln aus bist du in 40 Minuten in Venlo und in drei Stunden in Paris.

Das Niveau der Absolventen ist in Köln und Umgebung top, da wir die meisten Elite-Unis und Kaderschmieden wie die WHU in Vallendar, die EBS oder die Cologne Business School direkt vor der Haustür haben. Und bei uns wird deutlich weniger Hype zelebriert, was schon mal für sich spricht. Wir Kölner packen eher an und quatschen dann später darüber, während es in einigen Städten andersrum läuft. Da folgt ein Meeting auf das nächste, wodurch die Performance meiner Meinung nach auf der Strecke bleiben kann. Ach, und habe ich schon den Karneval erwähnt?

Arbeiten all eure Mitarbeiter von Köln aus oder besteht – etwa für Freelancer – auch die Möglichkeit, von unterwegs für euch tätig zu sein?

Der Schwerpunkt liegt natürlich in Köln, wobei wir aber auch mit Freelancern in der ganzen Welt zusammenarbeiten und hier über ein dichtes Netzwerk verfügen. Bei bestimmten Kernaufgaben, wie zum Beispiel Projektentwicklung oder Online Marketing ist der direkte persönliche, tägliche Austausch aber sehr wichtig und der ist nunmal nicht durch Skype oder E-Mails zu ersetzen. Wir strecken in ganz Deutschland, aber auch weltweit, die Fühler aus, um Menschen mit den besten Skills für unser Team gewinnen zu können. Dementsprechend haben wir sehr internationale Teams in Köln, die von der Stadt sehr begeistert sind.

Ist der Aufbau eines weiteren Standorts geplant?

Natürlich schauen wir uns ständig interessante Märkte an, die USA und das Valley zum Beispiel, aber auch die sogenannten Emerging Markets. Bei letzteren wartet ein enormes Potential und es hängt hier vor allem vom Geschäftsmodell ab, wo man tatsächlich vor Ort sein muss, um beispielsweise eine Logistik aufzubauen und wo man Standorte vielleicht auch remote bedienen kann.

Du hast eben bereits gesagt, dass ihr keine Kundenlisten rausgebt. Es gibt also keinen Tipp, wer eure Dienste in Anspruch nimmt oder wie eure Durchschnittskunden so aussehen?

In diesem Punkt sind wir eher sehr bescheiden und konservativ und geben tatsächlich keine Namen raus. Dadurch, dass die Online-Branche ja eigentlich recht familiär ist – die Dmexco als größte Online-Messe der Welt füllt gerade mal drei Hallen – müssen wir auch weniger die Werbetrommel rühren, sondern haben uns in den letzten Jahren einen Namen gemacht, sodass viele Kunden aufgrund von Empfehlungen auf uns zukommen.

Dadurch können wir uns den „Luxus“ leisten, nur mit den Kunden zusammenzuarbeiten, die optimal zu uns passen und denen wir echten Mehrwert liefern. Denn noch mehr als der wirtschaftliche Erfolg treibt uns der Spaß an unserer Arbeit an. Ein Kunde der zu uns passt muss wie wir die „Performancebrille“ aufhaben und Ergebnisse mehr schätzen als Meetings und tolle Präsentationen. Das hängt weniger von der Größe oder Branche eines Kunden ab sondern mehr von seiner internen Kultur.

Stichwort Kultur: Wie sieht sie denn aus, eure Unternehmenskultur?

Klingt es zu abgedroschen wenn ich sage, dass wir uns hier wie eine Familie fühlen? Wir sind ein junges Team und gehen täglich mit sehr viel Dynamik und Freude ans Werk. Obwohl jeder hier so unterschiedliche Skills hat und aus unterschiedlichen Richtungen kommt, geht es bei uns absolut kollegial zu. Man spürt die Passion wenn aus einer Idee zehn neue werden und alles letztendlich zu einem erfolgreichen Projekt heranwächst. Bei uns steht nicht das Ego im Mittelpunkt sondern das Ergebnis, wir arbeiten professionell und hart aber feiern können wir auch.

Außerdem haben wir ein sehr internationales Team. Mitarbeiter aus aller Welt sind bei uns willkommen und bringen sich bei uns ein. Daraus resultiert die Unternehmenssprache Denglisch, wobei ein wenig Kölsch natürlich auch hier und da nicht schaden kann. Obwohl wir Mitarbeiter aus zahlreichen Ländern und Nationen beschäftigen, findet bei uns eine recht flüssige Kommunikation statt – auch nach der Arbeit gerne mal bei einem leckeren Kölsch.

Ihr schreibt momentan einige Stellen aus. Was muss der ideale Bewerber denn mitbringen?

Zunächst sollte ein Bewerber ebenso verrückt sein wie wir, dann ist die halbe Miete bereits gezahlt. Wenn er sich jetzt noch authentisch präsentieren kann und man bereits im Gespräch die Leidenschaft für seine Arbeit spürt, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass diese Power auch in den Alltag mit übertragen wird. Die Online-Branche ist nun mal etwas „verrückt“ und man liebt es, oder man hasst es. Wir suchen die, die es lieben und den Beruf als Berufung sehen.

Und was könnt ihr im Gegenzug einem Bewerber anbieten?

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Zunächst gibt’s bei uns einen super Kaffee, was ja nicht überall der Fall sein soll. Dann steht der Mitarbeiter bei uns absolut im Mittelpunkt. Die drei Ps, die wir täglich leben sind People, Passion und Performance. Bei uns läuft das meiste inhouse ab, weshalb es auch immer reichlich zu tun gibt. Je mehr Fähigkeiten wir bei einem Mitarbeiter entdecken, desto größer werden die Verantwortung und der Aufgabenbereich. Wer vom ersten Tag an eigenständig ein Teil eines großen Ganzen sein möchte, kann gerne bei uns klingeln.

Zum Schluss wagen wir noch einen Blick in die Zukunft: Was sind die nächsten Herausforderungen, die das Unternehmen erwarten?

Im Moment sind wir einem regelrechten War of Talents ausgesetzt um die allerbesten Leute der Branche für uns und das Rheinland zu gewinnen. Da wir stark wachsen, brauchen wir natürlich die Besten der Besten, um die vielen Ideen in unseren Schubladen und die wachsende Nachfrage nach unserem Angebot auch in Zukunft mit dem Höchstmaß an Professionalität und Leidenschaft bedienen zu können.

Claudia, vielen Dank für dieses nette Gespräch.

 

Interessiert?

Hier findest du die ausgeschriebenen Stellen der Internetone AG.

Foto: Claudia dederich