1315180

Eigentlich wollte sich Judith Williams an dem Intimpflege-Startup beteiligen. Tat es nach der Sendung aber nicht.

„Live dirty, feel clean“. Diesen Slogan und ein Intimpflege-Set für Männer präsentierte Francesco Indirli in der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“. Für ein Intim-Duschgel und ein passendes Rasierbalsam erhoffte sich der Unternehmer ein Investment in Höhe von 100.000 Euro. 20 Prozent seines Unternehmens wollte er dafür abtreten.

Seine offensiven Marketingmotive kamen bei den Investoren nicht sonderlich gut an. Seine Pflegeprodukte für den Mann dagegen schon: Mit Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel und Judith Williams boten gleich drei Löwen einen Deal an. Indirli überlegte nicht lange und gab seiner „Wunsch-Löwin“ Williams den Zuschlag. Für 40 Prozent der Unternehmensanteile stellte sie die 100.000 Euro in Aussicht.

Anzeige
Der Deal kam nach der Aufzeichnung aber nicht zustande, wie Gründerszene jetzt erfuhr. „Im Portfolio von Frau Williams gab es einen Partner mit einer umfassenden Exklusivitätsklausel für Herrenprodukte“, so IntHim-Gründer Indirli. „Damit durfte sie vertraglich keine Männerkosmetik in ihr Portfolio aufnehmen.“ Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung Anfang dieses Jahres habe Williams das nicht gewusst. Mehrere Wochen habe die Prüfung durch die Anwälte anschließend gedauert, da es sich um einen ausländischen Vertrag gehandelt habe, sagt Indirli. Dann habe festgestanden, dass ein Investment ausgeschlossen sei.

Mit dem Geld wollte Indirli seine Produkte eigentlich in den Einzelhandel bringen. Daraus wurde jetzt nichts. Sie werden vorerst weiterhin nur online angeboten. Aber: „Mit den Händlern befinden wir uns aktuell noch in Gesprächen“, erklärt Indirli. „Wir wollen jetzt das Feedback der Sendung abwarten und danach sehen, welche Optionen sich für uns ergeben.“ IntHim sei auch ohne Investorenhilfe gewachsen, die Produktion nach oben geschraubt und Verpackungsprozesse optimiert worden.

„Mit Rückschlägen muss man umgehen können“

Bereut er, sich in der Show gegen Wöhrl und Dümmel entschieden zu haben, bei denen es womöglich keine vertraglichen Probleme gegeben hätte? „Natürlich stellt man sich die Was-wäre-wenn-Frage“, sagt Indirli, „aber ich habe meine Entscheidung gefällt und dazu stehe ich jetzt.“ Dem versprochenen Investment trauere der Gründer daher auch nicht hinterher: „Ich bin jetzt lange genug Unternehmer um zu wissen, dass es immer wieder Rückschläge geben kann. Damit muss man umgehen können. Und das Beste daraus machen.“

Kosmetik-Startups sind häufige Gäste in der Löwen-Show. Viele wollen vor allem Make-up-Queen Judith Williams von sich überzeugen. Auch wenn das in der Sendung manchmal klappt, ist die Finanzierung damit noch längst nicht in trockenen Tüchern: Erst vor Kurzem wurde bekannt, dass auch Williams Investment in Five, das vegane Kosmetik aus wenigen Zutaten vertreibt, nach der Aufzeichnung platzte. Der Grund: Man habe sich nicht auf eine „gemeinsame Strategie“ einigen können.

Bild: MG RTL D / Frank Hempel