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Mareike Awe hat die Intueat-Diät entwickelt

90 Prozent aller Diäten funktionieren nicht, meint Mareike Awe. Die Medizinstudentin hat das Online-Programm Intueat entwickelt, bei dem die Teilnehmer nicht auf Essen verzichten müssen. Das Geheimnis liege im „intuitiven Essen“, bei dem der Körper selbst wissen soll, was er darf und was nicht.

Awe ist 23 Jahre alt und gründete die Intumind UG, das Unternehmen hinter Intueat, gemeinsam mit Marc Reinbach (24) im August 2015. Sie studiert derzeit in Düsseldorf Medizin und hat die Doktorarbeit eingereicht. Ursprünglich wollte die Unternehmerin Ärztin werden. Der Vater ist Augenarzt, die Mutter Apothekerin.

Gestern Abend traten Awe und Reinbach bei „Die Höhle der Löwen“ auf. Für zehn Prozent ihres Unternehmens wollten sie 150.000 Euro von den TV-Juroren. Zwar zeigten Carsten Maschmeyer und Jochen Schweizer Interesse, doch zu einem Investment kam es nicht. Die Unternehmerin im Interview.

Mareike, wieso befasst du dich mit Diäten?

Ich habe zu Beginn meines Medizinstudiums zehn Kilo zu viel gewogen und versucht, mein Gewicht durch eine kalorienreduzierte Ernährung zu reduzieren. Das hat nicht funktioniert. Heute weiß ich, dass 90 Prozent aller Diäten scheitern. Dann bin ich auf den Ansatz des intuitiven Essens gestoßen.

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Was bedeutet das?

Intuitives Essen ist ein angeborenes Essverhalten. Dabei hört man nicht auf Diätregeln von außen, sondern auf seinen Körper. Der Körper will gesund sein, überleben und kein Übergewicht haben. Man isst dadurch nur, wenn man körperlich hungrig ist und nur das, was einem gut tut. Dadurch nimmt man langfristig ab.

Wie kam es zur Gründung?

Ich habe durch intuitives Essen in drei Monaten zehn Kilo abgenommen. Danach habe ich es weiteren Leuten beigebracht und später mit meinem Freund das Online-Programm Intueat entwickelt. Seither haben wir über 400 Teilnehmer betreut.

Was bietet ihr diesen Teilnehmern?

Das Programm geht zwölf Wochen und beginnt ab 99 Euro im Monat. Dafür gibt es je nach Lerntyp wöchentliche Lektionen als PDF oder Video. Außerdem gibt es ein Video-Mentaltraining und ein Audiotraining, das unterbewusst wirkt. Zudem gibt es noch ein Erfolgstagebuch und ein Esstagebuch per Post, ein Forum, Motivationsmails, einen Support und Coaching.

DHDL-Investor Frank Thelen meinte, dein Programm könne nicht funktionieren, da Menschen ungesundes Essen bevorzugen.

Das beste Gegenargument ist eine Teilnehmerin, die direkt nach unserem Programm genussvoll in einen Döner biss – und feststellte, dass das gar nicht schmeckt. Und es gibt viele Menschen, die auf ihren Körper hören und dann kein Fast Food mehr mögen, weil es nicht das ist, was der Körper fordert.

Die Investoren scheinen nicht verstanden zu haben, was ihr macht. Warum ist das so?

Ein Problem war unser Bühnenbild: Es waren sehr viele Süßigkeiten ausgestellt. Wir wollten damit symbolisieren, dass man mit uns auch diese genießen kann, wenn man auf seinen Körper hört. Aber die Investoren, besonders Judith Williams, haben das falsch verstanden und dachten, es geht darum, sich nur noch ungesund zu ernähren.

Jochen Schweizer bot euch die gewünschten 150.000 Euro, allerdings zu einer niedrigeren Bewertung. Wieso habt ihr abgesagt?

Wir haben uns über das Angebot zwar gefreut, allerdings war uns ein Drittel des Unternehmens zu viel. Mein Partner und ich sehen dahinter eine große Vision, wir wissen, dass der Ansatz funktioniert und wir wollen den Diätmarkt revolutionieren.

Keiner von den Löwen wollte zu euren Konditionen investieren. Ist nach der Sendung noch ein Deal zustande gekommen?

Carsten Maschmeyer war schon während der Sendung von unserem Produkt überzeugt und versprach, uns zu helfen. Das Versprechen hat er eingelöst, und wir haben uns getroffen und über die Strategie gesprochen. Um Geld geht es vielleicht in Zukunft.

Frank Thelen wollte zwar nicht investieren, sprach aber von einem Millionenmarkt. Stimmt das?

Der Diätmarkt ist gigantisch. Aber die Konkurrenz ist riesig und es ist schwer, darin aufzufallen. Unser Ziel ist es deshalb, eine Alternative zu schaffen. Bisher haben wir die Leute hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda erreicht. Jetzt legen wir voll mit dem Marketing los.

Bild: Mareike Awe