Ein teurer Begleiter: Das neueste iPhone.

Ein iPhone 6 kostet in Brasilien 1.164 US-Dollar, in Deutschland fast 850 US-Dollar und in den USA nur rund 700 US-Dollar. Das hat die Deutsche Bank kürzlich ermittelt. Doch was hat ein solcher Preisvergleich für eine Relevanz, wenn nichts über die Kaufkraft der Menschen vor Ort bekannt ist?

Einen weitaus differenzierteren Blick auf dieses Thema wirft dagegen eine Analyse der UBS aus der Schweiz: Dort wurden nicht nur die Preise für verschiedene Konsumgüter und Dienstleistungen in 71 Städten weltweit ermittelt, der Bericht zeigt auch die verschiedenen Durchschnittslöhne, Steuern und Abgaben. Diese Größen gegenübergestellt ergeben unterm Strich die Anzahl der Arbeitsstunden, die man für verschiedene Anschaffungen leisten muss.

Ein Brasilianer aus Sao Paulo muss demnach knapp 110 Stunden schuften, bis er sich ein iPhone 6 leisten kann; für einen Berliner ist es nach knapp 44 Stunden erschwinglich; für einen New Yorker nach 24 Stunden. Zürcher können sich schon nach lockeren 20 Stunden ein neues iPhone 6 kaufen – das ist der niedrigste Wert, den die UBS ermitteln konnte.

Die UBS verglich auch, was alltäglich konsumierte Lebensmittel in den Städten kosten und was der lokale Wert in Arbeitsstunden dafür ist. Berliner zahlen absolut auch hier nur gut die Hälfte von dem, was in Zürich üblich ist. In Sao Paulo liegen die Preise bei 40 Prozent – das ist erheblich mehr in Arbeitszeit: Ein Kilo Brot kostet dementsprechend neun Arbeitsminuten in Berlin, fünf in Zürich, aber 16 in Sao Paulo.

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In der Studie kann man außerdem sehen, wie entspannt das Geld verdient wird: Mit durchschnittlich 50 Tagen kommt São Paulo auf die meisten bezahlten, arbeitsfreien Tage – Feiertage und Urlaubsansprüche zusammengenommen. Trotzdem arbeitet ein Sao Paulaner im Schnitt 1.818 Stunden im Jahr. Das ist ungefähr so viel wie in New York und knapp 100 mehr als in Berlin.

Die Materialkosten des iPhone 6s hatten Marktforscher im Oktober auf rund 216 Dollar geschätzt. Apple wird regelmäßig mit Vorwürfen konfrontiert, bei der Produktion in China auf Ausbeutung und Kinderarbeit zu setzen. Unter dem Gesichtspunkt ist es umso grotesker, dass ein Chinese über 160 Stunden arbeiten müsste, um sich das Gerät zu kaufen.

Bild: Getty Images / Gabe Ginsberg
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