Hannes Klöpper, iversity

Die Insolvenz sei nicht das Ende, meint CEO Hannes Klöpper

Eigentlich wollte Iversity ein neues Investment verkünden, doch stattdessen musste das Bernauer Startup nun Insolvenz anmelden. Der Grund sei eine geplatzte Zwischenfinanzierung, die im Juni abgeschlossen sein sollte. Trotz mündlicher Zusage im Mai habe sich ein nicht genannter Investor dann kurzfristig zurückgezogen, sagt CEO Hannes Klöpper im Gespräch mit Gründerszene. Zu den Gründen wollte Klöpper keine Angaben machen.

Auch von den Lead-Investoren der vergangenen Finanzierungsrunden, T-Venture und dem VC bmp, gibt es kein weiteres Geld. Das liege an der Umstrukturierung der beiden Geldgeber, so Klöpper. Dadurch könnten sie nun kein Geld mehr in sein E-Learning-Unternehmen stecken, auch wenn sie Ende 2015 noch einen siebenstelligen Betrag in Iversity investierten.

An den Verlusten seines Unternehmens habe es nicht gelegen, versichert der CEO. Diese seien konstant – und das sei mit den Geldgebern abgesprochen gewesen. Die Profitabilität peilte das Startup in Absprache mit den Gesellschaftern erst ab dem Frühjahr 2018 an.

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Gerade arbeite Iversity an einem Management-Buyout, so Klöpper, um das Unternehmen weiter betreiben zu können. Man werde im Kleinen weitermachen, mit einem Kernteam von etwa vier Personen, so der CEO. Die meisten der zuletzt 24 Mitarbeiter müssen das Unternehmen verlassen.

Damit es mit Iversity weitergehen kann, arbeite das Startup gerade an einer Lösung. „Die Insolvenz ist nicht das Ende“, ist sich Klöpper sicher. Zudem glaubt er, dass sie die Profitabilität im kleineren Team schneller erreichen können. Einer der Gründe dafür soll der neue B2B-Fokus von Iversity sein: Seit Juli 2015 arbeitet das Startup verstärkt mit Unternehmen zusammen und bietet diesen seit Oktober Online-Weiterbildungskurse zu digitalen Themen an. Zu den Kunden zählen die Deutsche Bahn, Hermes oder L’Oréal. Mit weiteren Unternehmen wie der Commerzbank oder KPMG sei man derzeit in Gesprächen.

Iversity wurde 2008 von Jonas Liepmann als Learning-Management-System aufgebaut, 2011 stieß Hannes Klöpper hinzu. Ließmann verließ das Unternehmen im Mai 2013. Im selben Jahr startete Iversity als Online-Uni neu und bot nach dem Pivot kostenlose „Massive Open Online Courses“ zu Themen wie Medizin oder Design an. Sie sollen das Studium ergänzen oder Berufstätige weiterbilden. Zuletzt sollen etwa eine Millionen Nutzer die Plattform benutzt haben.

Bild: Iversity