Jens Begemann Wooga Startup-Helden

Wooga-Mitgründer und -CEO Jens Begemann

„Startup-Held“ Jens Begemann im Interview

Wooga (www.wooga.com) gilt als eines der Vorzeigeunternehmen der deutschen Startupszene. Selbst die Bundeskanzlerin ließ sich 2013 einen Besuch im bunten Büro des Berliner Spielefabrikanten nicht nehmen und staunte über mehr als 250 Mitarbeiter und 50 Millionen Spieler der Wooga-Games im Monat.

Nach sieben Jahren beim „Crazy Frog“-Klingeltonmacher Jamba hatte Jens Begemann 2009 gemeinsam mit Philipp Moeser den Berliner Spieleentwickler gegründet. Gestartet als reine Social-Games-Schmiede entwickelt das Startup heute sowohl Spiele für Facebook als auch für Smartphone und Tablet, darunter die Erfolge „Diamond Dash“ und „Monster World“, und ist seit 2013 auch als Publisher für kleinere Entwickler tätig. Im Gründerszene-Interview blickt Begemann zurück und gibt Tipps.

Vor einem Jahr gabst Du an, mit Wooga einer der drei größten Social-Games-Anbieter der Welt werden zu wollen. Was ist heute Dein Ziel und was sind Eure nächsten Schritte?

Ein Ziel, das uns bei Wooga seit der Gründung leitet, ist es, großartige Spiele zu entwickeln – und daran hat sich seither nichts geändert. Was jedoch ständiger Veränderung unterworfen ist, sind die Rahmenbedingungen, innerhalb derer wir uns bewegen. Ursprünglich gestartet als Entwickler für Social Games sind wir heute Teil einer wachsenden Mobile-Industrie, in welcher jede Woche unzählige Spiele-Apps auf den Markt kommen und in der man sich nur mit regelmäßigen Hits behaupten kann. Wir haben bereits fünf solcher Hits abgeliefert, die in vielen Ländern Top-Positionen der Downloadcharts erobern konnten, aber wir sind davon überzeugt, noch größere Hits hervorbringen zu können.

Als Startup kann man Wooga ja eigentlich nicht mehr bezeichnen. Hast Du manchmal Angst davor, dass Dein Unternehmen zu groß wird?

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Unsere Mitarbeiteranzahl ist in der Tat relativ schnell, aber stets kontrolliert und entsprechend unseren Bedürfnissen gewachsen. Mir war es dabei immer sehr wichtig, dass wir unsere Unternehmenskultur bewahren und weiter entwickeln – ein Teil davon ist, dass wir komplett in Berlin sitzen. Außerdem haben wir die Strukturen so angepasst, dass nicht zu viel Bürokratie entsteht, nicht zu viele Prozesse aufgebaut werden, und dass die Freiheit jedes Einzelnen erhalten bleibt. Unsere Unternehmenskultur folgt dem Grundprinzip von unabhängigen Teams. Um das zu verdeutlichen: Wir haben Stand heute 20 interne Spieleteams. Für mich jedenfalls fühlt sich Wooga immer noch kompakt und agil an.

Welches „fremde“ Spiel zockst Du gern in Deiner Freizeit?

Ich spiele zur Zeit sehr gerne Boom Beach von Supercell auf dem iPad.

Welche Tipps gibst Du jungen Gründern Deinen eigenen Erfahrungen mit auf den Weg?

In erster Linie, es einfach mal zu versuchen. Und dann immer im Hinterkopf zu behalten: Die Digitalwirtschaft ist eine sehr dynamische Industrie. Es ist also wichtig, Veränderungen früh zu erkennen und schnell zu entscheiden, eigene Fehler zu akzeptieren und zu korrigieren und sich diesem Prozess der ständigen Weiterentwickung zu öffnen. Es ist wichtig, sich immer mal wieder selbst zu hinterfragen: Wir Menschen sind können sehr gut neue Dinge lernen, haben aber Probleme, Dinge wieder zu vergessen.

Welche Trends siehst Du in der Digitalwirtschaft?

Ein Trend ist sicherlich, dass es mittlerweile mehrere Start-up-Zentren neben dem Silicon Valley gibt: zum Beispiel London, Berlin, Tel Aviv. Das ist sowohl ein Zeichen für eine neue globale Gründerkultur, aber auch für die soziale Mobilität der Generation Y, die überall arbeiten kann und will. Für den Standort Berlin sehen wir vor allem, dass sich hier inzwischen immer mehr internationale Mobile-Games-Unternehmen wie Kabam, King oder Shanda niederlassen. Damit ist Berlin mittlerweile vielleicht der wichtigste europäische Game-Hub.

Bild: Wooga