ESSEN, GERMANY - DECEMBER 6: The Member of the German Parliament, Jens Spahn speaks during the 29th annual congress of the Christian Democrats (CDU) on December 6, 2016 in Essen, Germany. Over 1,000 CDU delegates are meeting to debate and vote on the party's course for next year following the recent announcement by German Chancellor Angela Merkell that she will run for a fourth term as chancellor in federal elections scheduled for next September. (Photo by Volker Hartmann/Getty Images)

Eines hat Jens Spahn im Bundestagswahlkampf sicherlich erreicht: Er hat für Aufsehen gesorgt. Erst störte sich der CDU-Politiker an englischsprechenden Kellnern in Berlin, dann generell an Hipstern in Mitte und schließlich wurde ein Investment in das Fintech-Startup Pareton bekannt – obwohl er als Regierungsbeauftragter für Startups und Staatssekretär im Finanzministerium gesetzgeberisch für genau solche Firmen zuständig ist. Zumindest bei Letzterem rudert er nun zurück.

Anzeige
Wie die Süddeutsche Zeitung erfuhr, gibt Spahn sein Investment auf. „Ich bin auf der Suche nach einem Käufer“, sagte er der Zeitung. Der CDU-Politiker war mit 15.000 Euro bei Pareton eingestiegen und hatte damit 1,25 Prozent des schwäbischen Unternehmens erworben. Dabei hatte er auch von einem staatlichen Zuschuss Gebrauch gemacht: Sogenannte Business-Angels, die privates Geld in Startups investieren, erhalten demnach 20 Prozent der Gesamtsumme vom Bund erstattet. In Spahns Fall waren das also 3.000 Euro. Sobald er einen Käufer gefunden habe, werde er auch dieses Geld zurückzahlen, sagte Spahn nun.

Mit seinem Investment hatte Spahn heftige Kritik provoziert. Die SPD nannte sein Verhalten „instinktlos“, die Grünen sprachen von einem „nicht hinnehmbaren Interessenkonflikt“ zwischen politischer und wirtschaftlicher Tätigkeit. Spahn konnte zunächst kein Problem erkennen und verteidigte den Deal als „pfiffige Idee“. Der Bild-Zeitung sagte er, er habe eigene Erfahrungen in der Gründerszene sammeln wollen. In seiner Funktion könne es nicht schaden, „auch mal in Wagniskapital zu investieren – mit allen Risiken“. Rechtlich sei das Investment nicht bedenklich gewesen, heißt es vom Finanzministerium.

Pareton bietet unter dem Namen Taxbutler seit 2014 Software an, mit der Steuererklärungen einfach und günstig gestaltet werden sollen. Auf seiner Internetseite wirbt das Unternehmen mit Preisen ab 27 Euro für Einkünfte unter 10.000 Euro. Per Seed-Finanzierung hatte das Startup von Gründer Matthias Raisch zuletzt Geld eingesammelt. Am vergangenen Freitag meldete das Unternehmen, dass das Ziel von 300.000 Euro erreicht sei.

Wie Startups auf Jens Spahns Hipster-Diss reagieren

Bild: Volker Hartmann / Getty