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Das Gutschein-Unternehmen von Ex-DHDL-Juror Jochen Schweizer hat den Besitzer gewechselt. Die Jochen Schweizer GmbH gehört nun mehrheitlich zum Medienriesen ProSiebenSat.1. Der Transaktion soll ein Unternehmenswert von 108 Millionen Euro zugrunde liegen, heißt es in einer Mitteilung des Medienunternehmens. Der Deal sei ein „hoch profitables Geschäft“, heißt es von ProSiebenSat.1 auf Nachfrage von Gründerszene.

ProSiebenSat.1 wird Schweizers Firma nun mit der P7S1-Tochter Mydays zusammenführen, unter dem Dach der Jochen Schweizer Mydays Holding GmbH. Schweizer selbst hält an diesem Konstrukt zehn Prozent, der Rest gehört zu ProSiebenSat.1.

Mydays und Jochen Schweizer waren bisher Konkurrenten, mit der Übernahme konsolidiert sich der Markt für Erlebnisgutscheine nun. „Jochen Schweizer hat als Pionier der Erlebnis- und Eventbranche in Deutschland sein Unternehmen als starken Player etabliert“, lässt sich Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender von ProSiebenSat.1 zitieren. „Die Erweiterung unseres Portfolios durch die Marke und Kompetenz von Jochen Schweizer und deren Omnichannel-Positionierung ergänzt uns passgenau.“ Laut Jochen Schweizer stärke der Zusammenschluss zudem die Position gegenüber internationalen Marktteilnehmern.

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Dass ProSiebenSat.1 an der Jochen Schweizer GmbH Interesse habe, war bereits seit einigen Wochen bekannt. Das Manager Magazin hatte im Mai berichtet, dass das Unternehmen einen Käufer suche und mit dem Medienriesen in Übernahmegesprächen sei.

Ein Insider soll dazu gesagt haben: „Man müsste den Laden ziemlich aufräumen.“ Der Grund: Wie gut es dem Schweizer-Unternehmen geht, sei nicht klar. 2015 lag der Jahresfehlbetrag bei 69 Millionen Euro, bei 9,5 Millionen in der Kasse und Verpflichtungen von 107 Millionen. Gründer Jochen Schweizer selbst kassiert dennoch jedes Jahr Millionen, durch den Verkauf der Namens- und Nutzungsrechte der Domain Jochenschweizer.de an die eigene GmbH vor etwa zwei Jahren. Dadurch erhalte er Anteile vom Erlös, 2015 sollen dadurch drei Millionen Euro für Schweizer zusammengekommen sein.

Jochen Schweizer sieht sein Unternehmen dagegen in einer guten Position. Der Umsatz für das vergangene Jahr belaufe sich auf etwa 75 Millionen Euro. Zudem entstehe „durch die langen Laufzeiten unserer Gutscheine von bis zu vier Jahren […] in der Bilanz eine zeitliche Verschiebung“.

Bild: Jochen Schweizer