Jörg Rheinboldt bei Startup Grind Berlin

Jörg Rheinboldt über persönlichen Erfolg

Seit 20 Jahren ist Jörg Rheinboldt Teil der deutschen Internet- und Startupszene. Der Kölner gründete bereits Anfang der Neunziger mit Denkwerk eine der ersten deutschen Web-Agenturen, später baute er Internetcafés auf. Mit den Samwer-Brüdern gründete er 1999 Alando, das nur sechs Monate später für 50 Millionen Dollar an das US-amerikanische Vorbild Ebay verkauft wurde. Noch bis 2004 war er Geschäftsführer von Ebay Deutschland, dann folgte die Gründung der Spendenplattform Betterplace.org.  Und seit etwa einem Jahr ist Rheinboldt Geschäftsführer beim Accelerator Axel Springer Plug & Play.

G Tipp – Lesenswert bei Gründerszene Stephan Uhrenbacher bei Startup Grind Berlin: „Big Data ist ein Alptraum, bei dem viele Menschen unglaublich reich werden“

Ob ihm das Unternehmertum in die Wiege gelegt sei? Nein, das glaube er nicht, erklärt Rheinboldt bei dem Interviewformat Startup Grind Berlin. Er habe eine recht normale Kindheit gehabt, mit einer Besonderheit: Nach dem frühen Tod des Vaters und einem dadurch fehlenden Vorbild habe sich Rheinboldts Mutter stets bemüht, ihn mit Menschen aus verschiedensten Bereichen zusammenzubringen – zum Beispiel mit einem Schmied, einem Werber oder einem Vorstand in einem Maschinenbaunternehmen.

Anzeige
„Unternehmertum allein des Unternehmertums wegen ist überhaupt nicht spannend“, glaubt der Gründer und Investor. Es gehe vielmehr darum, „Sachen zu machen“. Und es sei auch dann cool, wenn man diese Sachen als Beamter tue. Für Rheinboldt selbst begann das „Sachen machen“ mit der Ausrichtung einer Studentenkonferenz – bei der Bill Gates als Keynote Speaker gewonnen werden konnte. Seitdem wisse er: „Man kann immer alle Leute alles fragen – und vielleicht bekommt man ein Ja.“

Rheinboldts größter unternehmerischer Fehlschlag sei eine Online-Rechtsberatung gewesen, die er mit Freunden aufgebaut hatte. Zunächst habe sich das Geschäft wunderbar entwickelt, dann aber habe „nichts mehr funktioniert“. Er habe sich mit seinen Mitgründern dann für „ein schnelles Ende mit Schrecken“ entschieden. Dass dabei „irre viel Geld verloren“ wurde, sei „doof“ gewesen. Aber als „richtig bitter“ habe er den Abbau von 70 Mitarbeitern empfunden, berichtet Rheinboldt. Um mit dieser Erfahrung umgehen zu können, habe er sich erst einmal sammeln müssen. „Erfolg ist für mich, am Ende des Tages glücklich zu sein. Das ist super wichtig für mich“, so Rheinboldt.

Hier gibt es das komplette einstündige Interview, in dem Rheinboldt über seine Gründungen, Erfolge und Fehlschläge spricht:

Bild: Screenshot Startup Grind Berlin/Youtube; Disclaimer: Axel Springer ist Gesellschafter der Vertical Media GmbH, dem Medienhaus von Gründerszene. Weitere Informationen zur Vertical Media GmbH hier: www.vmpublishing.com.