Johara-Raukamp Startup-Helden

Johara Raukamp (29), Gründerin von Berlin Shopper, CityShopperApp und MyStyleSpotHunter

„Startup-Heldin“ Johara Raukamp im Interview

Es muss ja nicht immer nur H&M und Zara sein: Die CityShopperApp soll Berliner und Hauptstadt-Touristen zum Entdecken lokaler Modeboutiquen verführen, indem sie Nutzern Läden entsprechend ihres Geschmacks und Budgets sowie geführte, digitale Shoppingtouren vorschlägt.

Hinter der iOS-App stecken die Modedesign-Absolventin Johara Raukamp und ihre Mutter Ulrike Raukamp, die schon für die persönliche Einkaufsberatung Berlin Shopper an einem Strang zogen. 2013 starteten sie dann den mobilen Modeshoppingdienst CityShopperApp sowie noch im gleichen Jahr das Entdeckungsportal für Kleidung, Restaurants und Sehenswürdigkeiten MyStyleSpotHunter.

Im Interview spricht die Tochter über die Zusammenarbeit und die Pläne des Familiengespanns.

Vor der CityShopperApp habt Ihr die Personal-Shopping-Agentur Berlin Shopper gegründet. Was ist daraus geworden?

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BerlinShopper existiert nach wie vor. Wir sind gerade dabei, die Webseite zu überarbeiten. Der Relaunch folgt in Kürze. Allerdings hat sich das Angebotsspektrum aufgrund der Entwicklung der CityShopperApp und von MyStyleSpotHunter verändert. Für unsere Stammkunden erledigen wir überwiegend Auftragseinkäufe – das hat sich zum neuen Schwerpunkt von Berlin Shopper entwickelt. Auch, weil unsere ursprünglichen Angebote wie Einkaufsbegleitung und Shoppingtouren nun in digitalisierter Form von unserer CityShopperApp und der Homepage MyStyleSpotHunter übernommen werden. Das ist toll, da wir so viel mehr Menschen erreichen können und unser Service nicht mehr das Einkaufsbudget mindert.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Deiner Mutter?

Vielleicht ist die Konstellation etwas ungewöhnlich, aber für uns eigentlich ganz natürlich. In meiner Familie waren schon meine Großeltern (und die Urgroßeltern) Geschäftsleute und haben generationsübergreifend zusammengearbeitet – vor allem auch die Frauen in meiner Familie. Meine Eltern haben in den 80er Jahren in Berlin das erste Salatrestaurant eröffnet. Eigene Ideen umzusetzen ist da sozusagen Teil der Familienphilosophie. Als ich mich nach meinem Studium – beziehungsweise mit Berlin Shopper bereits währenddessen – selbständig machte, war meine Mutter daher fast selbstverständlich an meiner Seite.

Und wir sind ein hervorragendes Team: Ich kann meine Kreativität frei entfalten und mich auf die Weiterentwicklung unserer Projekte konzentrieren, besonders weil Ulrike mir im Office den Rücken freihält. Auch ihrem Organisationstalent ist es zu verdanken, dass wir die Entwicklung von MyStyleSpotHunter und der CityShopperApp bisher komplett gebootstrappt haben.

Zu den StyleSpots bei MyStyleSpotHunter sind mittlerweile auch GourmetSpots und SightSpots hinzugekommen. Welche Produkte habt Ihr noch im Kopf und wie verdient Ihr damit Geld?

Zunächst werden wir die StyleSpots, unsere „local fashion heroes“, noch weiter ausbauen, um eine größere Relevanz zu erreichen und auch die GourmetSpots und SightSpots erweitern. Mögliche weitere Produkte, die uns vorschweben, sind zum Beispiel Möbel und Interieur. Aber vorrangig konzentrieren wir uns derzeit auf die Entwicklung zusätzlicher Features für die Präsentation der Geschäfte, welche dann von diesen kostenpflichtig hinzugebucht werden können. Die Basispräsentation für die Geschäfte ist kostenfrei, weil wir es uns zum Ziel gesetzt haben, die lokale Berliner Kreativszene zu unterstützen.

Welche Städte wollt Ihr nach Berlin als nächste angehen und warum?

Wir wollen uns zunächst auf die großen Fashionmetropolen wie London, Paris und New York konzentrieren. Zum einen, weil gerade diese Städte eine große vibrierende, spannende Kreativszene abseits des Mainstreams haben, worauf wir ja unseren Fokus legen, und zum anderen, weil wir dort durch unsere Arbeit im Personal Shopping schon Kontakte knüpfen konnten.

Was waren Eure größten Stolpersteine auf dem Gründungsweg bisher?

Als Nicht-Informatiker war für uns natürlich immer die Technik eine große Herausforderung. In diesem Bereich die richtigen – vertrauenswürdigen – Partner zu finden, war nicht ganz einfach. Da musste ich mich zwangsläufig in vieles selbst einarbeiten. Und zwar so weit, dass ich die erste Version der Website von MyStyleSpotHunter selbst erstellt habe.

Vielen Dank für das Gespräch, Johara.

Bild: Alan Ovaska