Glücklicher Geldgeber: Joko Winterscheidt

Joko Winterscheidt macht Investieren Spaß. Am liebsten in Startups, deren Produkte er cool findet. Die sich leicht vermarkten lassen, im Fernsehen beispielsweise. Die Bilanzen schaut er sich nicht an, betriebswirtschaftliche Details lässt er sich von einem Freund erklären. Und die Gründer sollen gut drauf sein.

Nun hat Winterscheidt ein drittes Unternehmen gefunden, das seinen Auswahlkriterien standhält. Neben dem SMS-Service-Startup GoButler, das mittlerweile nur noch in New York aktiv ist, und dem Socken-Startup Von Jungfeldt hat der Moderator jetzt in die Gin-Marke Muscatel aus Mainz investiert. Gegründet wurde die unter anderem von Winterscheidts Buddy Pascal Hedrich. „Da ich ein Riesen-Gin-Fan bin und Pascal einfach ein geiler Typ ist, bin ich da mit eingestiegen“, sagte Winterscheidt in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Der Gin sei „unfassbar gutes Zeug“.

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Über Zahlen möchte Joko Winterscheidt allerdings auch bei Muscatel nicht sprechen. Konkrete Investment-Summen verschweigt er lieber. Er spricht nur über seine generelle Strategie: „Ich glaube an die Idee und verpflichte mich dann auch finanziell, um das zu untermauern“, sagt er. „Aber man muss das, glaube ich, in einem Rahmen machen, in dem man nachts noch ruhig schlafen kann.“ Und betont: „Ich habe da eine Regel: Ich möchte nicht mit Arschlöchern zusammenarbeiten.“

Produktionsfirma mit Schweighöfer

Für ein weiteres Projekt hat sich Winterscheidt deswegen mit einem alten Freund zusammengetan – dem Schauspielkollegen Matthias Schweighöfer. Die beiden starten nun das Unternehmen Creative Cosmos 15. Es soll eine Mischung aus Produktionsfirma und Werbeagentur sein. Der CEO: Der ehemalige Geschäftsführer von Sat.1, Nicolas Paalzow.

„Wir produzieren jetzt nicht nur, sondern bauen Werbekonzepte drum herum“, erklärt Winterscheidt die Idee hinter Creative Cosmos 15. Die Firma könnte nicht nur Regie übernehmen, sondern gleichzeitig eine Online-Kampagne entwerfen. „Die Zeit ist einfach reif dafür. Wenn wir die Chance jetzt nicht nutzen, dann würde ich mich in 20 Jahren darüber ärgern.“ Und die Auftraggeber? TV-Sender, Video-on-Demand-Anbieter, Werbekunden oder Celebrities.

Hauptsache keine Arschlöcher.

Bild: © von Jungfeld/Bene Müller