Karriere Berufsvorbereitung

Im Bewerbungsprozess überzeugen – mit Hilfe von Selbstbewusstsein und Originalität

Ein Beitrag von Rike Doepgen, Gründerin von Coaching Creatives. Sie ist Career Coach und berät Menschen in Change-Prozessen.

Hier geht’s zum ersten Teil: Die Berufsvorbereitung

2. Etappe: Berufseinstieg. Der Wille zählt.

Nach Berufsausbildung oder Studium stellt sich die berechtigte Frage: Wie finde ich einen Job? Welches Unternehmen könnte passen? In Deutschland bleiben oder ins Ausland gehen? Nochmal ein Praktikum, Volontariat oder eine Traineestelle in Kauf nehmen? Sind unbefristete Verträge zu Beginn okay, um in den Arbeitsmarkt hineinzukommen?

Mindestens eine Frage, wenn nicht alle und noch mehr bewegen die Gemüter zum Berufseinstieg. Dann geht es los: Was sagt denn Google zum Bewerber-Outfit, und welche Anordnung im Lebenslauf ist in der Digitalwirtschaft „in“? Haben Startups einen eigenen Dresscode?

Eine für alle und alles passende Meinung gibt es hierzu nicht. Aber es gibt ein paar Hinweise, die helfen können.

Die Bewerbung ist die Eintrittskarte

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Es gibt viele Möglichkeiten, eine Bewerbung zu gestalten. Was sie auf jeden Fall sein sollte: originell. Das heißt nicht, dass die erste Seite ausschließlich aus dem Portraitfoto bestehen sollte. Sondern eine eigene Gestaltung, die pfiffig ist und im positiven Sinne Aufsehen erregt, ist gemeint. Im Internet gibt es jede Menge Anweisungen, ob mit Teilstrich oder ohne, ob maximal eine Seite CV oder zwei. Wichtig an dieser Stelle ist: Schaut euch die Website des Unternehmens an, lest zwischen den Zeilen der Texte, welche Ausstrahlung hat das Unternehmen, wie präsentiert man die Mitarbeiter, wie transparent ist der Auftritt, gibt es ein Alleinstellungsmerkmal?

Und dann ist entscheidend: Lass deine Intuition und dein Gefühl sprechen: Wie sähe eine Bewerbungsmappe aus, die hier Anklang findet, und vor allem: Wie viel willst du von dir zeigen, im Erstgespräch? In der Online-Bewerbung? Wenn du Spaß an der neuen Stelle und der Stellenbeschreibung hast, wird die Bewerbung ein Treffer.

Als Bewerber muss ich ins Unternehmensbild passen. Wer sagt das?

Und warum müssen Bewerber sich anpassen? Wenn es im Gespräch nicht passt, dann passt es eben nicht. Will sagen: Woanders gibt es auch blühende Gärten. Die Gefahr ist doch: Wenn man sich beim Erstgespräch danach richtet, es dem Unternehmen recht zu machen, dann werden alle zukünftigen Tage auch ein „Recht-machen“ sein. Wie stark soll man sich denn verbiegen? Wenn im Gegensatz dazu das beispielsweise starke Temperament der Bewerberin sofort auf Wohlwollen trifft, dann können beide Seiten froh sein, dann geht es dynamisch zu mit supertollen Aussichten. Für beide.

Anschauen, was auf der Haben-Seite vorhanden ist

Unter Haben sind zu verbuchen: Studium und Ausbildung, Nebenfächer, die temporär interessant waren, Praktika im Inland und im Ausland, ehrenamtliche Tätigkeiten, Engagement, Interessen, Communities, Mannschaftssportarten, die ausgeübt wurden und relevant für den neuen Job sind. Mit diesem Selbstbewusstsein ausgerüstet kann man königlich auftreten. Wohlwollend königlich, denn nicht das Iich“, sondern das Wir zählt. Soziale Fähigkeiten sind niemals angelernt, daher natürlich. Jemand, der das Können des Teams und seiner selbst im Auge hat, besteht sowohl fachlich als auch gemeinschaftlich.

Neben dem Haben, das schon auf dem Fähigkeitskonto verbucht ist, ist das Potenzial entscheidend, also das, was sich aus Vorhandenem entwickeln lässt. Was kann der neue Bewerber aufgrund seiner Zusatzfähigkeiten bei uns im Unternehmen noch tun?, geht es durch die Köpfe der Personaler.

Auch hier, obwohl am Anfang der Berufslaufbahn, ist die Intuition entscheidend. Rationale Beweggründe gibt es viele: ein Unternehmen mit guter Gehaltsstruktur, mit einer guten Reputation und gutem Image, ein angebotener Vertrag über zwei Jahre und so weiter. Die innere Stimme, die Intuition, sollte eine kurze Chance haben und für einen Moment gehört werden:

Durch Intuition zur Inspiration* Was wolltest du werden? Was würdest du tun, wenn du nicht hier anfangen würdest? Kennst du die heimlichen Spielregeln dieses Unternehmens, welche könnten das sein? Was sagt der Bauch zu diesem Angebot? Bist du schon da, wo du hinmöchtest oder lohnt es sich weiterzusuchen? Zählt deine Erfahrung hier? Wird diese Position zu deiner beruflichen Entfaltung gehören?

*Dieser Inspirations-Kasten soll helfen, eine kurze Verschnaufpause für die innere Stimme, die eigene Intuition, einzulegen. Neben der gut ausgebildeten Ratio und den Vernunft-Entscheidungen – die auch sein müssen.

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Der richtige Job ist immer derjenige, der sich stimmig anfühlt zu meinen Plänen und der neben aller Praxiserfahrung mindestens eine Fähigkeit von mir weiterentwickelt. Gehaltsmäßig gilt: Zu jeder Berufsgruppe gibt es online Tabellen, die von Berufsverbänden jährlich auf den neuesten Stand gebracht werden. Das ist für die eigenen Forderungen eine gute Grundlage.

Fortsetzung folgt:

  • In der dritten Phase geht es um den Berufsalltag, bei dem der Optimismus zählt.
  • In der vierten Phase geht es um den berufliche Veränderungen: Trau dich zu träumen – der Glaube an dich zählt.


BILD: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen BESTIMMTE RECHTE VORBEHALTEN VON Lewis Minor