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Das Kaufsafari-Team: David Herzmann, Daniel Kolb, Alexander Vogel und Malte Dietrich (von links)

Junge Unternehmer haben viele Ideen für Produkte – doch sie in den Einzelhandel zu bringen, ist schwierig. Zum einen gilt es, die Händler zu überzeugen. Für sie sind neue Waren immer mit einem Risiko verbunden. Zum anderen fehlt es den Gründern häufig an Erfahrung und dem richtigen Netzwerk. Deshalb wollen vier Unternehmer aus Duisburg nun anderen Startups bei dem Problem helfen.

Dafür haben David Herzmann und seine drei Mitgründer Daniel Kolb, Malte Dietrich und Alexander Vogel die Plattform Kaufsafari im vergangenen Jahr gestartet. Zu Beginn fungierte das Portal nur als Vermittler: Ein erster Kontakt zwischen Händler und Startup konnte hergestellt werden. Dabei sei es vorgekommen, dass eine erste Bestellung des Händlers über Kaufsafari lief, das Startup bei Nachbestellungen dann aber übergangen worden sei, erzählt Herzmann. Dadurch ging die Provision verloren, die das Startup von den Käufern einstrich und über welche es sich finanzierte.

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Um das künftig zu verhindern, kaufen die Gründer jetzt die Produkte selber an – und verkaufen sie dann weiter. Über die Marge, die bei dem Verkauf entsteht, finanziert sich das Unternehmen heute. Genaue Angaben dazu möchte Herzmann nicht machen. Er sagt, sie liege je nach Produkt zwischen fünf und 15 Prozent.

Das Startup möchte außerdem künftig exklusive Deals organisieren, bei denen Kaufsafari für das jeweilige Produkt der einzige B2B-Händler in Deutschland ist. Dazu plant das Team, mit Startups aus ganz Europa zusammenarbeiten. Derzeit hat das junge Unternehmen aber erst Artikel von etwa zehn Herstellern im Lager. Das liege daran, dass man nun die Akquise wieder neu aufrollen müsse, so Herzmann. Mitarbeiter haben die vier noch keine.

Ein Startup-Großhändler für Startups

Für die Startups sei man attraktiv, weil Kaufsafari bereits ein Netzwerk von rund 1.000 Händlern habe, so Herzmann. Die Startup-Kunden profitierten also von der Reichweite und müssten sich nicht um den Vertrieb kümmern. Für die Händler wiederum sei es ein Vorteil, neue Produkte verschiedener Hersteller testen und über nur einen Kanal bestellen zu können.

Damit die Chancen der Abnahme für die Startups möglichst hoch sind, analysiert Kaufsafari das Marktpotential eines Produktes, bevor es überhaupt auf der Seite erscheint. So prüfen die Gründer zum Beispiel Crowdfunding-Kampagnen auf Erfolge und analysieren Trends im Netz.

Kaufsafari ist jedoch mit seinem Ansatz nicht alleine – es gibt viele Anbieter mit einem ähnlichen Konzept. So hat zum Beispiel der US-Riese Amazon die Kategorie „Launchpad“, in der auch Produkte von Startups zu finden sind, die sich jedoch an Endkunden richtet. Zudem bieten Portale wie Restposten oder Mercateo B2B-Produktkataloge an. Doch Herzmann sieht Unterschiede: „Wir wollen uns auf unbekannte Produkte konzentrieren und besonders jungen Unternehmen die Möglichkeit bieten, bei uns Bekanntheit zu erlangen.“ So gibt es bei Kaufsafari eher ungewöhnliche Produkte – wie etwa eine beheizte Wollmütze, die per USB aufgeladen wird oder Fruchtgummi mit Koffeingehalt.

Bild: Kaufsafari