Keller Sports, Finanzierung, Borrow Base investment

Die beiden Gründer-Brüder Jakob und Moritz Keller (von links) eröffnen am 22. Juni den ersten Store.

Der Münchner Sportartikelhändler Keller Sports hat sich fünf Millionen Euro von der Commerzbank geliehen. Bei dem Kredit handelt es sich um eine sogenannte Borrowing-Base-Finanzierung. „Als Sicherheit dienen unsere Warenbestände. Die Kreditlinie erhöht sich im selben Maße wie unser Bedarf – also je nachdem, ob wir mehr oder weniger brauchen“, sagt Gründer Moritz Keller gegenüber Gründerszene. Das Unternehmen vertreibt über eine E-Commerce-Plattform High-End-Artikel für viele verschiedene Sportarten, von Tennis bis Wintersport.

Keller Sports wurde 2005 von den Brüdern Moritz und Jakob Keller gegründet. Erst im vergangenen Jahr hatte das Startup eine Millionenfinanzierung erhalten. Dreimal in Folge beteiligte sich der Scout24-Mitgründer Christian Mangstl. Das Investment nutzte Keller, um das mittlerweile 50 Mitarbeiter starke Team auszubauen und in weitere EU-Länder zu expandieren. Das Münchener Unternehmen ist heute in 32 Ländern aktiv und bietet seinen Shop in sieben Sprachen an. Das Sortiment umfasst nach Angaben von Keller 5.000 Artikel. In den vergangenen drei Jahren habe das Startup jeweils einen zweistelligen Millionenumsatz erwirtschaftet, sagt der Gründer. Genaue Zahlen wollte er nicht nennen.

Mit dem geliehenen Kapital von der Commerzbank werde das Startup nun ins Offline-Geschäft einsteigen: „Wir eröffnen direkt an der Münchner Isar einen Brand-Experience-Store und setzen unseren Fokus auf professionelle Beratung“, erzählt Keller. Mit veranstalteten Events wie „IsarRun“ wolle das Unternehmen einen direkten Bezug zur Kundschaft aufbauen.

Anzeige
Anders als beispielsweise Zalando möchte Keller den geplanten Shop allerdings nicht als Outlet verstanden wissen. Anstatt der Retouren sollen hier wie auf der Online-Plattform neuwertige Waren verkauft werden. Im Sportartikel-Segment zählen Decathlon und Sportscheck zu den größeren Wettbewerbern. Allerdings ist das französische Unternehmen Decathlon stärker auf den Niedrig-Preis-Sektor fokussiert. Im direkten Wettbewerb steht Keller Sports damit vor allem mit spezialisierten Anbietern wie beispielsweise Globetrotter oder Bergfreunde.de, die professionelle Outdoor- und Bergsteiger-Artikel anbieten.

Bild: Keller Sports