Dominic Adenuga Kind Karriere

Dominic Adenuga, Gründer von CosmoKey

Dominic Adenuga im Kind-und-Karriere-Interview

In dem Format „Kind und Karriere“ stellen wir Menschen aus der Startup-Szene vor, die mit der Herausforderung konfrontiert sind, Kind und Karriere unter einen Hut zu bringen. Dieses Mal mit Dominic Adenuga, Gründer von CosmoKey, der über den inneren Antrieb, etwas Bleibendes zu schaffen und die Wandlung vom Einzelkämpfer zum Teamplayer spricht.

Wer bist du? Was machst du?

Mein Name ist Dominic Adenuga, ich bin 37 Jahre alt und Gründer von CosmoKey. Unser erstes Produkt CosmoKey VPN beschäftigt sich mit einer sicheren Authentifizierung von Nutzern. Es sichert Zugänge zu Firmennetzwerken über einen zweiten Kanal zusätzlich ab.

Ich bin außerdem Vater von zwei großartigen Kindern. Der Große ist fünf Jahre alt, die Kleine ist drei.

Was macht deine Partnerin beruflich?

Meine Frau ist Ärztin, die im Wechselschichtdienst arbeitet.

Auf welche Unterstützung kannst du noch zurückgreifen, wenn es um Kinderbetreuung geht?

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Erste Anlaufstelle ist bei uns die Kita. Ohne eine gute Betreuungseinrichtung, in die man seine Kinder auch gerne gibt, geht es einfach nicht. Ansonsten sind wir gerade aus dem herrlichen Hamburg zurück aufs Land gezogen, um näher bei den Großeltern der Kinder zu sein. Das ist nicht nur Eigennutz, denn im Moment sind noch alle in einem Alter, in dem sich beide Parteien aufeinander freuen.

Hast du Elternzeit beantragt?

Nein, ich hatte nicht das Gefühl, dass bei diesem Instrument die Gegebenheiten von Selbstständigen bedacht wurden. Hätte mal irgendein Kunde zu spät bezahlt, dann wäre ich sofort über die genehmigten Freigrenzen gekommen und hätte noch mehr Formulare ausfüllen müssen. Da habe ich mir den Papierkram lieber gleich gespart, mit weniger Einkommen gerechnet und gearbeitet, wenn das Baby geschlafen hat. Das war eine sehr krasse Zeit, aber rückblickend auch eine wunderschöne.

Welche Probleme oder Schwierigkeiten ergeben sich aus der Kombination Kind-Karriere?

Das ist alles eine Frage der Planung. Jetzt neulich erst mussten wir drei Wochen Kita-Ferien überbrücken. In Hamburg ist das deutlich besser geregelt als auf dem Land. Wir haben es dann so gelöst, dass erst meine Frau und danach ich mit den Kindern in den Urlaub gefahren ist. Das hat sehr gut geklappt, auch wenn ein gemeinsamer Urlaub noch besser gewesen wäre. Ähnlich problematisch dürfte auch eine längere Krankheit der Kinder werden, aber das ist zum Glück bisher noch nicht vorgekommen.

Was ist denn das Beste am Elternsein? Und was ist doof?

Das Beste sind diese kleinen Momente. Wenn ich die Kinder aus der Kita abhole und sie strahlend zu mir gelaufen kommen, dann aber eigentlich doch noch nicht gehen wollen. Oder wenn man mit den Kindern die Welt neu entdeckt, denn die kleinen Forscher haben ja noch eine ganz andere Perspektive.

Auf der negativen Seite ist der Schlafmangel. Eine ruhige Nacht ist bei uns immer noch etwas ganz Besonderes. Ich habe gelernt, damit umzugehen, aber ich genieße auch den Komfort eines Hotelzimmers, wenn ich für CosmoKey unterwegs bin, sehr.

Wie ist die zeitliche Gewichtung zwischen deinem Job und den Kindern?

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Den deutlich größeren Teil meiner Zeit setze ich für CosmoKey ein. Aus dem Rest mache ich das Beste. So singen wir zum Beispiel morgens auf dem Weg zur Kita lauthals Lieder oder sagen Gedichte auf. Und gerade wenn jemand skeptisch guckt, ist das für uns ein großes Vergnügen! Ich weiß, dass meine Kinder gut betreut werden und ich wollte ausdrücklich, dass sie früh in der Kita mit einer Vielzahl von Eindrücken und Herausforderungen zusammentreffen. Davon profitieren wir alle.

Strukturierst du deinen Tag anders, seitdem du Vater bist?

Seitdem habe ich überhaupt erst einen strukturierten Tag und weiß wirklich im Voraus, wann ich was zu machen habe. Ich bin insgesamt viel organisierter geworden. Es kommt mir manchmal so vor, als würde die kleinste Nachlässigkeit sofort im totalen Chaos enden.

Was hast du von deinen Kindern gelernt?

Kleinigkeiten wertzuschätzen. Manchmal bleiben wir stehen und gucken einer Nacktschnecke zu, die ich sonst vielleicht ohne hinzugucken zertreten hätte- Oder wir müssen ganz unbedingt Herbstlaub sammeln und meiner Frau schenken. Das können für Kinder ernsthafte und wichtige Momente sein.

Wie hat sich deine berufliche Entwicklung seit dem Elternsein verändert?

Ich bin vom Einzelkämpfer zum Teamleader geworden. Wenn man die wilde Bande zu Hause zusammenhalten kann, dann klappt das auch im Job besser. Auch da muss man ja ganz individuell auf die Charaktere der einzelnen Beteiligten eingehen.

Hast du seit deinem Elternsein einen anderen Blick auf die Arbeit?

Seit den Kindern bin ich noch motivierter, etwas Bleibendes zu hinterlassen.

Wie wichtig ist dir die Work-Life-Balance deiner Mitarbeiter und wie wird sie bei CosmoKey umgesetzt?

Das ist mir ein wichtiges Anliegen, denn nur wenn man sich keine großen Sorgen machen muss, kann man auch befreit arbeiten. Deshalb haben meine Mitarbeiter ziemlich viele Freiheiten. Ich bin also ergebnisorientiert, versuche aber im Prozess zu unterstützen.

Welche Tipps hast du für werdende Mütter oder Väter, die Kind und Karriere unter einen Hut bekommen wollen?

Immer flexibel bleiben und gegebene Tatsachen annehmen. Den Kindern erklären, was man beruflich so macht, mit ihnen die Niederlagen und Erfolge teilen. Daraus sind bei uns schon ganz wunderbare Diskussionen entstanden. An die Männer: Werdet Elternvertreter! Managen solltet ihr sowieso können, wenn ihr selbstständig sein wollt. Und aus den sozialen Interaktionen, die sich dabei ergeben, könnt ihr so viel lernen. An die Mütter: Lasst eure Männer machen und genießt die Zeit, die sie euch freischaufeln. So ein Abendessen mit Papa verläuft vielleicht anders, aber deswegen muss man es nicht verhindern.

Vielen Dank, Dominic.


Foto: Dominic Adenuga