Stefan-Gaertner Kinderfee Startup-Helden

Kinderfee- und Putzfee-Gründer Stefan Gärtner (30)

„Startup-Held“ Stefan Gärtner im Interview

Sie rühmen sich mit Kinderbetreuern mit geprüfter Erfahrung: Die Babysitter von Stefan Gärtners und Daan Lönings Vermittlungsplattform Kinderfee.de sind ehemalige Au-Pairs, ausgebildete Erzieher oder Teilnehmer eines pädagogischen Studiengangs. Gärtner (30), International-Business-Absolvent, hatte Löning (29) während ihrer Beratungstätigkeit bei DC Advisory Partners in Frankfurt (Main) getroffen, im Dezember 2010 gründeten sie gemeinsam Kinderfee.de, dem sich mittlerweile elf Mitarbeiter in Berlin widmen. Seit Mai betreiben Gärtner und Löning mit Putzfee.de zudem einen zweiten Dienstleistungsvermittler, der der Putzdienst-Konkurrenz mit Stundenpreisen von 11,90 Euro die Stirn bieten will.

In der Reihe „Startup-Helden“ spricht Stefan Gärtner über die Idee zu ihrer Betreuungsvermittlung, die Tech-Affinität der Kinderfee-Zielgruppe und das neue Projekt Putzfee.

Wie seid Ihr auf die Idee zu Kinderfee gekommen?

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Die Idee zu Kinderfee.de entstand vor etwa 3,5 Jahren. Mein Arbeitskollege und Freund Daan Löning hatte zu einer Geburtstagsparty eingeladen, doch leider hagelte es Absagen. Viele Freunde waren in den Monaten zuvor Eltern geworden und konnten nun keinen passenden Babysitter finden. Viele hatten für die Suche nach einem Babysitter das Internet genutzt, mussten aber feststellen, dass das Angebot im Netz dürftig, unübersichtlich und wenig vertrauenerweckend war. So entstand die Idee, online einen Vermittlungsservice von qualifizierten Kinderbetreuern und Babysittern ins Leben zu rufen.

Wie hat sich das Kinderfee-Angebot seit Gründung verändert und warum?

Im Sommer 2011 ist Kinderfee.de mit dem Angebot von Babysitting und Vollzeitbetreuung über Tagesmütter gestartet. Wir haben schnell gemerkt, dass insbesondere Babysitting stark nachgefragt wird und haben uns dann darauf konzentriert. Nach drei Jahren am Markt sind wir nun in 25 Städten präsent. Durch unseren großen Pool an qualifizierten Betreuern können wir mittlerweile auch einen Kita-Springer und Veranstaltungsbetreuungs-Service anbieten. Zu Beginn gab es unser Angebot nur online, denn Smartphones waren damals noch nicht so verbreitet. Das hat sich geändert. Jetzt heißt es: Mobile first.

Wie tech-affin ist die Zielgruppe Eltern?

Heutzutage gehören Eltern mit jungen Kindern ja zu den Digital Natives, sie sind sehr tech-affin. Fast alle haben Smartphones und meistens auch ein Tablet. Ein großer Teil unserer Buchungen kommt bereits über mobile Endgeräte. In Sachen Social Media sind Eltern eine der aktivsten Zielgruppen. Insbesondere Mütter sind 1,3 mal so aktiv auf Facebook wie der Durchschnittsuser und teilen zum Beispiel gern Fotos von ihren Liebsten.

Homejoy, Helpling, CleanAgents, Book a Tiger und nun von euch Putzfee – ist der Markt für Putzvermittlungsdienste nicht schon gesättigt und bekommen die Putzkräfte bei euch einen niedrigeren Stundenlohn?

Die Nachfrage nach zuverlässigen Reinigungskräften ist riesig. Homejoy und Co haben dies erkannt und machen die ersten Gehversuche. Seit der Gründung von Kinderfee.de beobachten wir den Markt der haushaltsnahen Dienstleistungen sehr genau. Wir können demnach unsere Learnings übertragen und werden unseren Vorsprung besonders in der Gewinnung qualifizierter Dienstleister ausbauen. Mit unserem Modell wollen wir dem Schwarzmarkt Konkurrenz machen und unserer Dienstleistung Transparenz und Integrität verschaffen. Für uns ist es deshalb selbstverständlich, dass wir größten Wert auf Qualität und die Arbeitsbedingungen legen. Dazu gehört auch eine angemessene Bezahlung. Unsere Putzfeen erhalten zehn Euro pro Stunde.

Welche Tipps gibst Du Gründern nach Deinen eigenen Erfahrungen mit auf den Weg?

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Zu Anfang darf man sich ruhig auf sein Bauchgefühl verlassen. Begeisterung, Leidenschaft, eine Portion Naivität und Durchhaltevermögen sind notwendig, wenn man sich entscheidet, ein eigenes Business auf die Beine zu stellen. Außerdem sollte man schnell eine lernende Unternehmenskultur schaffen. Nur durch Ausprobieren und Lernen macht das Team Fortschritte. Die besten Learnings sind dabei Fehler und Dinge, die nicht klappen. Der Prozess ist oft entscheidender als das Ziel, das sich eigentlich ständig verschiebt.

Bild: Stefan Gärtner