Kindsstoff will massentauglicher werden

Das Re-Commerce-Unternehmen Kindsstoff (www.kindsstoff.de) legt eine Pause ein. So heißt es aktuell auf der Website des Münchner Startups. Der Grund für diesen Schritt: Man hat nicht genügend Kunden mobilisieren können. Ein strategischer Partner soll nun Abhilfe schaffen.

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Kindsstoff wurde 2011 von Sebastian Schmöger und Alexander Reichhuber gegründet, im Jahr 2012 ging der Online-Shop für biologisch und sozial korrekte Baby- und Kinderkleidung live. Auch im Second-Hand-Segment („Re-Commerce“) ist das Startup aktiv: Kunden können getragene Ware gegen Rabatte an Kindsstoff zurückgeben, die Second-Hand-Ware wird preisgesenkt wieder verkauft. Vor einem Jahr hatte das Gründerteam für das Konzept Geldgeber gefunden: Im Mai 2013 erhielt Kindsstoff eine sechsstellige Anschlussfinanzierung, unter anderm von der KfW Bankengruppe und Wolfman Holdings.

Die jetzigen Probleme begründet Mitgründer Reichhuber gegenüber Gründerszene zum einen mit der reinen Online-Präsenz von Kindsstoff: „Eine Kindermarke in Deutschland nur online aufzubauen, ist schwierig, da schafft das Offline-Geschäft mehr Vertrauen.“ Zum anderen sei Kindsstoff im Gegensatz zu reinen Online-Shops mit der gesamten Wertschöpfungskette vom Einkauf der Stoffe bis zum Verkauf des fertigen Produkts und dem Kundenservice befasst. Neue Produkte mit ins Angebot zu nehmen, sei daher immer mit viel Aufwand verbunden.

Beide Probleme will Kindsstoff nun angehen. Dazu wird ein „strategischer Partner“ mit viel Reichweite gesucht. Die soll dazu genutzt werden, um die Kindsstoff-Produkte auch auf Offline-Kanälen zu vertreiben, zudem solle so „der ultimative Sortimentsdruck von Kindsstoff“ genommen werden.

Aktuell befinde sich das Unternehmen in Verhandlungen mit potenziellen Partnern, so Reichhuber, die Zukunft von Kindsstoff sei jedoch bereits „so gut wie sicher“. Der Neustart des Unternehmens solle voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erfolgen, dann mit teilweiser Neuausrichtung. Das Grundprinzip des Re-Commerce solle bestehen bleiben, nach eigenen Angaben wolle Kindsstoff jedoch „massentauglicher“ werden – durch Offline-Marketing und -Vertrieb und ein „mainstreamiger gestaltetes Design“.

Bild: © panthermedia.net/Lisa Wahman