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Lorenzo Grabau

Die schwedische Investmentfirma Kinnevik hat überraschend ihren erst seit zweieinhalb Jahren amtierenden CEO Lorenzo Grabau abgesetzt. Laut Aufsichtsratschef Tom Boardman habe sich das Board am Dienstagabend zu dem Schritt entschlossen, weil das Unternehmen in Zukunft einen Chef mit „anderen Fähigkeiten“ brauchen werde. In der nächsten Phase stehe Kinnevik im Wettbewerb „mit den Googles und Amazons“ – der CEO müsse daher „Märkte, Technologie, Konsumenten und Konsumverhalten verstehen“.

Ein Nachfolger für Grabau steht noch nicht fest. Als Interims-CEO wurde Finanzchef Joakim Andersson berufen. Der Investmentbanker Grabau, der vor vier Jahren zu Kinnevik kam, wird seine Ausichtsratsmandate bei den Kinnevik-Investments Millicom, Qliro, Tele2 und Zalando zunächst behalten.

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Kinnevik war jahrelang der wichtigste und treueste Finanzier von Rocket Internet. Die Schweden halten noch immer 32 Prozent der Anteile an Zalando, 35 Prozent an der Global Fashion Group, 13 Prozent an Rocket selbst, 27 Prozent am Amazon-Klon Linio sowie 17 Prozent je an Westwing und an Home24.

Weil sich mit Ausnahme von Zalando die Rocket-Ventures nicht wie geplant entwickelten, nahmen in den vergangenen Monaten die Spannungen zwischen Kinnevik und Rocket zu. Bereits vor einem Jahr gab Grabau seinen Sitz als Vorsitzender des Rocket-Aufsichtsrats ab. Grund soll ein Streit über den geplanten Börsengang von HelloFresh gewesen sein, den Rocket-Chef Oliver Samwer forcieren wollte. Im Juni schieden Grabau sowie der zweite Kinnevik-Vertreter Erik Mitteregger dann ganz aus dem Rocket-Board aus.

Bild: Kinnevik