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Das war der „Kinnevik – Rocket Capital Markets Day“

Einmal im Jahr lädt die schwedische Investmentfirma Kinnevik zum Kapitalmarkttag. Investoren und Finanzanalysten soll dort aktuelle Strategie und Marktumfeld erläutert werden.

Zum ersten Mal holte Kinnevik die Analysten in diesem Jahr nach Berlin. Denn das Event am heutigen Donnerstag wurde komplett in den Fokus eines der wichtigsten Kinnevik-Partnerunternehmens gestellt: Rocket Internet. Das Zusammentreffen war prominent besetzt, man traf sich im exklusiven Kreis im Soho House an der Berliner Torstraße. Die Präsentationen des Tages aber, die seltene Einblicke in das Innenleben der Firmenfabrik und ihrer Portfolio-Unternehmen geben, stehen öffentlich im Netz.

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So kann man auch von außen nachvollziehen, dass der neue Kinnevik-CEO Lorenzo Grabau und Cristina Stenbeck, Executive Chairman des schwedischen Konzerns und mittlerweile auch Aufsichtsratschefin von Zalando, noch einmal die große Abhängigkeit vom Berliner Inkubator deutlich machten: Insgesamt haben die Schweden demnach 10,8 Milliarden schwedische Kronen (umgerechnet 1,2 Milliarden Euro) in Rocket Internet, Zalando und weitere Rocket-Gründungen investiert.

„Größe Internetplattform der Welt“

Für Rocket erläuterte die oberste Führungsriege – Gründer Oliver Samwer, CEO Alexander Kudlich, CTO Christian Hardenberg, CPO Johannes Bruder sowie der neue CFO und ehemalige Goldman-Sachs-Partner Peter Kimpel, dessen Wechsel erst vor wenigen Tagen bekannt wurde – die Mission des Inkubators: „die größten Internetplattformen der Welt außerhalb von China und den USA zu schaffen“.

Erklärt wurde auch das Funktionsprinzip von Rocket: etwa wie ein Venture innerhalb von 200 Tagen zur operationellen Unabhängigkeit gebracht werden könne. Oder: wie der Homejoy-Klon Helpling in nur 80 Tagen den Weg von der Entscheidung zur Gründung (10. Januar 2014) bis zum Launch in der ersten Stadt (29. März) ging.

Zehn weitere Pitchdecks können auf der Seite des Capital Markets Day eingesehen werden: die der Zalando-Varianten Lamoda (Russland), Dafiti (Lateinamerika), Zalora (Südostasien), Jabong (Indien) und Namshi (Mittlerer Osten); die der Amazon-Klone Lazada (Südostasien), Linio (Lateinamerika) sowie Jumia (Afrika); dazu die des Möbelshops Home24 und des Home&Living-Versands Westwing.

Auch das Zalando-Management präsentierte ausweislich der Agenda – die Folien wurden allerdings nicht ins Netz gestellt. Weil es darin um Details zu einem Börsengang noch in diesem Jahr ging? Denkbar wäre das. Der Fashion-Versand bekam in jedem Fall eine besondere Rolle während des Events zugewiesen: Am morgigen Freitag reisen die Teilnehmer weiter zu einer Besichtigung des Zalando-Warenlagers in Erfurt.

Hier geht es zu allen Präsentationen des Kapitalmarkttags.

Rocket Internet ist eine der größten Kaderschmieden der Startupszene. Eine Übersicht in Bildern:

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Lea-Sophie Cramer war eine der jüngsten Mitarbeiterinnen im Rocket-Umfeld. 2009 schloss die jetzt 27-jährige ihr BWL-Studium ab, war Beraterin bei der Boston Consulting Group und leitete für Rocket anschließend als Vice President International den asiatischen Groupon-Markt. Mittlerweile ist sie für das Startup Amorelie bekannt. Den Erotik-Online-Shop gründete sie Ende 2012 zusammen mit Sebastian Pollok.

Bild: NamensnennungWeitergabe unter gleichen Bedingungen Bestimmte Rechte vorbehalten von Matt Biddulph